Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Staub aus Ackerböden fördert Eiswolken
Bedeutung von Ackerbodenstaub für das Klima wurde bisher unterschätzt
Staub von brachliegenden Ackerflächen beeinflusst die Wolken- und Niederschlagsbildung mehr als gedacht. Vor allem die Bildung von Eiswolken wird durch die feinen Schwebstoffe gefördert. Das zeigen erste Untersuchungen Karlsruher Forscher in einer speziellen Wolkenkammer. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, welche Rolle dabei biologische Rückstände im Ackerstaub spielen und aktuelle Klimamodelle verbessern helfen.
Ackerbodenstaub-Fahne vor der argentinischen Küste
Ackerbodenstaub-Fahne vor der argentinischen Küste
© NASA Earth Observatory, Jeff Schmaltz Ackerbodenstaub-Fahne vor der argentinischen Küste
Wie sich unterschiedliche Partikel auf Eiswolkenbildung, Niederschlag und Klima auswirken, ist Gegenstand der Forschungsgruppe um Corinna Hoose am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). „Aerosole dienen als Kondensationskerne, an die sich Wassertröpfchen anlagern – so beginnt die Wolkenbildung“, erklärt Hoose. Besondere Relevanz haben Eiswolken, Wolken, in denen die Schwebstoffe Eiskeime bilden. Denn das kann sich beispielsweise auf das Rückstrahlvermögen der Wolke und damit auf die Erderwärmung auswirken.

„Während Flüssigwasserwolken, also solche aus Tropfen, als ‚Schutzschild‘ vor der Sonneneinstrahlung kühlend wirken, könnten Eiswolken den umgekehrten Effekt haben“, erläutert Doktorandin Isabelle Steinke. Zudem, so vermuten die Wissenschaftler, wird die Mehrheit des Niederschlags durch Eiswolken ausgelöst. „Kommt es zur Eisbildung, wachsen die Kristalle schnell, werden schwer und fallen herunter – je nach Temperatur in Bodennähe als Regen oder Schnee“, so Hoose.

Ackerstaub hat stärkeren Einfluss als Wüstenstaub
Derzeit sind etwa zehn Prozent der Erdoberfläche mit Ackerböden bedeckt. Wegen der hohen Weltmarktpreise für Mais und Soja werden zum Beispiel in Südamerika auch weitere Weideflächen in Ackerböden umgewandelt. „Lange wurde die Bedeutung von Ackerbodenstaub eher unterschätzt, die Untersuchung von Rußpartikeln und Wüstenstaub stand im Vordergrund“, sagt Corinna Hoose. „Jetzt haben wir jedoch Hinweise, dass auch die Aerosole, die von Feldern stammen, durchaus Wirkung haben könnten.“

Wie viel Eis eine bestimmte Aerosolsorte und -menge bei welcher Temperatur bildet, untersuchen die Forscher in einer speziellen Wolkenkammer, in der sie Wolken unter atmosphärischen Bedingungen bilden und erforschen können. In Experimenten mit Bodenstaub von einem Acker aus der Nähe von Karlsruhe fand Steinke heraus, dass diese Aerosole möglicherweise sogar noch stärker zur Eisbildung neigen als der bereits als eisaktiv bekannte Wüstenstaub. „Das liegt vermutlich am höheren Gehalt an biologischem Material wie Bakterien, Pilzsporen und Pflanzenrückständen“, sagt die Wissenschaftlerin. Bestimmte Bakterien hätten sich bereits in früheren AIDA-Experimenten als außergewöhnlich eisaktiv herausgestellt.

Weitere Untersuchungen sollen Klimamodelle verbessern helfen
In den nächsten Monaten wird die Gruppe gemeinsam mit dem Bodenkundler Roger Funk vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und weiteren, internationalen Forschungspartnern Ackerboden-Aerosole von Feldern aus China, Argentinien und Norddeutschland in AIDA einbringen, um herauszufinden, wie sich unterschiedliche Bodeneigenschaften und Herkunft auf die Eisbildung auswirken.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Klimamodelle zu verbessern. So arbeitet der Doktorand Matthias Hummel an einer modellgestützten Abschätzung des Einflusses von Ackerbodenstaub in Europa: „Wir erwarten, dass es Einflüsse gibt, deren Umfang einzuschätzen, ist allerdings schwierig: Zwar produzieren zum Beispiel mehr Ackerflächen auch mehr Bodenstaub. Wie viel das im Vergleich zu anderen Einflüssen bei der Eis- und Niederschlagsbildung ausmacht, wissen wir aber noch nicht. Doch auch diese Erkenntnis ist ein Baustein auf dem Weg zu genaueren Klimamodellen.“
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Ackerbodenstaub, Staub, Ackerboden, Wolkenbildung, Klimamodelle, Niederschlagsbildung
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Wolkenforschung
Wolken
Erosion
Dossiers zum Thema
Böden
Die dünne Haut der Erde
Wasser mit nebulöser Wirkung
Neues aus der Wolkenforschung
News des Tages
Gewaltige Einschläge prägten frühes Leben auf der Erde
Neuer Wirkstoff macht Autismus-Symptome bei Mäusen rückgängig
Kokain lässt das Gehirn vorzeitig altern
Staub aus Ackerböden fördert Eiswolken
Bücher zum Thema
Chemie über den Wolken
...und darunter von Reinhard Zellner / GDCh (Herausgeber)
Böden der Welt
Ein Bildatlas von Wolfgang Zech und Gerd Hintermaier- Erhard
Wetter und Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Harald Frater (Hrsg.)
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst