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Dienstag, 28.06.2016
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Eiszeit: „Tauwetter“ in Antarktis und Arktis begann zeitgleich

Abschmelzen beider Eisschilde setzte vor 19.000 Jahren ein

Die Eisschmelze am Ende der letzten Eiszeit in der Antarktis begann vor 19.000 Jahren und damit viel früher als bislang gedacht. Sie setzte zudem zeitglich mit dem Schwinden der Eismassen in der Arktis ein. Dies berichten Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „Science“.
Abbruchkante des Schelfeises im Weddellmeer

Abbruchkante des Schelfeises im Weddellmeer

Das Ende der letzten Eiszeit und die Prozesse, die zum Schmelzen der nördlichen und südlichen Eisschilde geführt haben, liefern grundlegende Informationen über die Veränderung unseres Klimas. Obwohl die maximale Ausdehnung der Eisschilde während der letzten Eiszeit in der Nordhemisphäre relativ gut bekannt ist, gab es bisher nur wenige zuverlässige Angaben zur Ausdehnung der Antarktischen Eisschilde.

Die neue Studie liefert nun Hinweise darauf, dass beide Hemisphären nahezu zeitgleich ihre maximale Eisschild-Ausdehnung erreicht hatten und vor 19.000 Jahren zu schmelzen begannen.

Wichtige Tiefwasserarchive


„Der Rückzug der Antarktischen Eisschilde begann somit fast 5.000 Jahre früher als bisher angenommen, wobei unsere Untersuchungen große regionale Unterschiede zeigen und belegen, wie wichtig Tiefwasserarchive sind“, sagt der Erstautor der Studie, Michael Weber vom Geologischen Institut der Universität Köln.


„Unsere Ergebnisse legen ebenfalls nahe, dass die Antarktis klimatisch nicht so isoliert ist wie bisher angenommen", erläutert Gerhard Kuhn vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. „Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass die großen Eisschilde in Arktis und Antarktis zeitlich enger gekoppelt auf Klimaänderungen reagieren als gedacht. Zumindest ist es während der letzten Eiszeit so gewesen.“

Zeitgleiches Schmelzen


Dieses zeitgleiche Schmelzen wurde vermutlich durch Änderungen des globalen Meeresspiegels und der Tiefenwasserzirkulation im Atlantischen Ozean verursacht. Dadurch gelangte nach Angaben der Forscher wärmeres Wasser an den Antarktischen Kontinentalrand. Dieser frühe Eisrückzug belegt eine bisher nicht vermutete Instabilität des Ostantarktischen Eisschilds.

Daher müssten auch Prognosen des künftigen Meeresspiegelanstiegs, der durch den Klimawandel hervorgerufen wird, angepasst werden, erläutert Weber. Die neuen Forschungsergebnisse sind das Resultat langjähriger Kooperation von Weber und Kuhn mit anerkannten US-amerikanischen Forschern der Oregon State University und Harvard University. (Science, 2011)
(Universität Köln, 02.12.2011 - DLO)