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Dienstag, 30.05.2017
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Sensor überwacht „flüsterndes Herz“

Implantierte Sonde meldet und behandelt Herzrhythmusstörungen

Ein neues implantierbares Gerät könnte als Frühwarnsystem vor Herzrhythmusstörungen dienen. Das Telemetriesystem sendet dem Arzt ein Warnsignal, wenn sich das gefährliche Kammerflimmern ankündigt und erlaubt sofortige Hilfe.
Modell eines menschlichen Herzens

Modell eines menschlichen Herzens

Mehr als fünf Millionen Menschen weltweit leben mit dem Herzrhyhtmusstörungen. Dabei kontrahieren die Kammern oder Vorhöfe des Herzens schnell und unregelmäßig und können dadurch Herzversagen oder Schlaganfälle auslösen. Jetzt hat die biomedizinische Ingenieurin Kityee Au-Yeung von der amerikanischen Duke Universität gemeinsam mit Kollegen ein implantierbares elektronisches Gerät entwickelt, das es Ärzten erlaubt, das „Flüstern“ des Herzens rechtzeitig zu hören und damit schwere Anfälle zu vermeiden.

Ein solcher Anfall kann häufig durch einen kurzen elektrischen Schock, die so genannte elektrische Defibrillation, bereits im Ansatz gestoppt werden. Der Stromschlag synchronisiert den Herzschlag und bringt ihn so wieder in den normalen Rhythmus zurück. Allerdings ist diese Methode schmerzhaft und nicht ganz risikolos. „Wenn es nicht richtig gemacht wird, kann die Defibrillation selbst eine tödliche Arrhythmie auslösen“, erklärt Au-Yeung.

Deshalb haben Au-Yeung und ihre Kollegen jetzt eine neue Version der Elektro-Defibrillation getestet, die Schocks weitaus geringerer Intensität nutzt. Die Wissenschaftler entwickelten ein Gerät, dass nahe am Herzen unter die Haut implantiert wird, ähnlich einem Schrittmacher. Sensoren registrieren das elektrische Erregungsmuster des Herzmuskels und senden ein kontinuierliches Radiosignal aus, dass von einem Notebook mit speziellem Empfänger empfangen wird. Auf diese Weise können die Forscher ständig ein EKG empfangen, ohne den Patienten an Kabel anschließen zu müssen.


Gleichzeitig kann – im Falle eines drohenden Anfalls – der Computer dem implantierten Gerät ein Signal senden, dass eine kurze Salve von elektrischen Impulsen auslöst. Die eingebauten Sensoren registrieren direkt die Wirkung dieser Pulse und geben Rückmeldung an den Computer. „Wir hoffen, dass wir mit diesem System mehr über das Flimmern lernen und darüber einen effektiveren Weg der Behandlung finden“, erklärt Au-Yeung.

„Eine Version dieses Geräts könnte von Patienten eingesetzt werden, denen bereits ein Schrittmacher eingesetzt wurde“, ergänzt die Wissenschaftlerin. „Die Überwachung und Fernsteuerung könnte zukünftig in solche Schrittmacher integriert werden. Damit könnte beispielsweise der Arzt über Funk direkt alarmiert werden, wenn der Patient zu hause einen Anfall erleidet.“
(Institute of Physics, 12.08.2004 - NPO)
 
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