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Freitag, 31.10.2014
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Atomkraft als Klimaretter?

Neue Kernenergie-Szenarien unter Berufung auf den Treibhauseffekt

Atomenergie könnte im Zuge der sich verschärfenden Klimadebatte und des steigenden Energiebedarfs wieder Auftrieb bekommen. Dies ist die zentrale Aussage eines Berichts über die Zukunft der Kernenergie, den die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Anfang Juli veröffentlichte. In einer Niedrigschätzung würde die Kernenergie langsamer als andere Energiequellen wachsen und 2020 bei zwölf Prozent im Gesamtenergiemix liegen. In einem zweiten Szenario wird ein größtmöglicher Anstieg der Kernenergie bis 2030 mit 27 Prozent errechnet.

IEA widerspricht IAEA


Atomkraftwerk

Atomkraftwerk

Die Internationale Energieagentur (IEA) hingegen sagt der Kernenergie bereits in ihrem World Energie Outlook 2002 eine schwindende Bedeutung voraus. In Anbe­tracht der geringen Anzahl neu geplanter Reaktoren und der Atomausstiegspläne einiger europäischer Staaten würde die Kernenergie nach ihrer Berechnung im Jahr 2030 nur noch neuen Prozent am globalen Energiemix ausmachen. Doch räumt die OECD-Agentur ein, dass einige Staaten sich die Atomenergie als mögliche Option für notwendige Emissionsreduktionen und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit wieder offen halten wollen.

Comeback der Atomkraft


Für Aufsehen gesorgt hatte bereits im Mai diesen Jahres der renommierte britische Wissenschaftler James Lovelock mit seinem Artikel "Kernkraft ist die einzige grüne Lösung", in dem er die Atomenergie als "letzte Rettung vor der Klimakatastrophe" bezeichnete. In die selbe Richtung steuert zur Zeit auch der britische Premierminister Tony Blair. Trotz des geplanten "stillen" Ausstiegs aus der Atomkraft in den nächsten 10 bis 30 Jahren kämpft Blair für den Erhalt der Atom-Option, weil so die Klimaveränderung abgewendet werden könne.

Für die Umweltverbände wäre dies ein fataler Weg: "Klimawandel und Atommüll sind beide gleichermaßen tödliche Langzeit-Gefahren, und wir haben die moralische Pflicht, die Effekte beider zu minimieren - und nicht eine Wahl zwischen ihnen zu treffen", stellte Tony Juniper von Friends of the Earth klar.
(Deutscher Naturschutzring, 12.08.2004 - NPO)

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