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Samstag, 22.07.2017
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Erster Test für Sonnenwindantrieb

Segel für neue Antriebstechnologie im All entfaltet

Ein Anfang ist gemacht: Zum ersten Mal weltweit hat das japanische Raumfahrtforschungsinstitut ISAS ein Dünnfilmmaterial im All getestet, aus dem einmal Solarsegler für den raketenlosen Flug im All entwickelt werden könnten. Anstatt Treibstoff nutzen diese den Sonnenwind als Antrieb.
Kleeblattförmiges Solarsegel

Kleeblattförmiges Solarsegel

Ein Sonnensegler ist ein Raumfahrzeug ohne Raketenantrieb. Es wird von den Lichtteilchen des Sonnenwinds vorwärts bewegt, die von den gigantischen Segeln reflektieren und damit Schub ausüben. Weil der Segler keinen Treibstoff tragen muss und über fast unbegrenzte Distanzen hinweg beschleunigt, gilt er als die einzige zur Zeit existierende Technologie, mit der ein Flug zu anderen Sternen möglich wäre.

Obwohl sowohl Wissenschaftler als auch Science-Fiction Autoren schon lange die Existenz solcher Sonnensegler prognostiziert haben, war bislang kein solches Segele jemals im Weltraum getestet worden. Erst durch die neuen Entwicklungen in der Materialforschung sind heute erstmals Folienmaterialien vorhanden, die extrem leicht und trotzdem beständig genug sind, um als Segel zu dienen.

Der Start der Testrakete mit dem Segelmaterial an Bord erfolgte am 09. August 2004 vom Raumfahrtzentrum Uchinoura in Japan aus. Er könnte als Kulmination und Beginn einer vollkommen neuen Antriebstechnologie für die Raumfahrt in die Geschichte eingehen. Die Testrakete hat zwei Arten von Segeln getestet: Eine kleeblattförmige Folie wurde 100 Sekunden nach Start in 122 Kilometern Höhe ausgebreitet, eine weitere, fächerförmige Folie 230 Sekunden nach dem Abheben in 169 Kilometern Höhe. Beide Segel breiteten sich wie geplant aus und die Tests gelten damit als erfolgreich abgeschlossen. 400 Sekunden nach Start stürzte die Trägerraktete planmäßig wieder ins Meer.
(Japan Aerospace Exploration Agency, 11.08.2004 - NPO)
 
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