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Mittwoch, 29.03.2017
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Mensch beschleunigt Evolution

Eingesetzte Fischart löst Entwicklungsschub im Malawisee aus

Es ist kein Geheimnis, dass das Leben im 21. Jahrhundert in schnellem Tempo läuft: Internet, Mobiltelefone und Glasfaserkabel haben die Geschwindigkeit der Kommunikation erhöht, machen es möglich, gleichsam in zwei Orten zugleich zu sein. Aber können Menschen auch die Rate eines der grundlegendsten und langsamsten Prozesse der Natur beschleunigen, der Evolution? Eine neue Studie deutet daraufhin, dass diese Frage bejaht werden muss. Der Mensch scheint zumindest für eine Fischart die evolutionäre Uhr vorgedreht zu haben.
Buntbarsch Cynotilapia afra

Buntbarsch Cynotilapia afra

Cichliden sind unter Biologen für ihre schnelle Evolutionsrate bekannt. Während viele Tiere tausende von Jahren brauchen, um eine neue Art zu bilden, haben die Buntbarsche des afrikanischen Malawisees allein innerhalb der letzten 500.000 Jahren rund tausend neue Species entwickelt – nach den Maßstäben der Evolution geradezu blitzartig.

In den 1960er Jahren könnte ein Fischexporteur unwissentlich die Bühne für eine weitere evolutionäre Evolution bereitet haben, als er Individuen der Art Cynotilapia afra am Mitande Point nahe der Insel Thumbi West aussetzte. Bis 1983 hatte sich die neue Art noch nicht von ihrer Einsatzstelle fortbewegt, doch im Jahr 2001, als der Biologe J. Todd Streelman, vom Georgia Institute of Technology mit Kollegen die Insel besuchte, bot sich ihm bereits ein anderes Bild: Innerhalb von weniger als 20 Jahren hatten sich die Fische in zwei genetisch deutlich voneinander verschiedene Varietäten entwickelt.

„Das ist ein großartiges Beispiel für eine anthropogen-induzierte Evolution in Aktion“, erklärt Streelman. „Es ist ein weiterer Eintrag zur wachsenden Liste der Fälle, bei denen die menschliche Einwirkung die Evolution beeinflusst in einem nie zuvor beobachteten Ausmaß.“


Die Fische entwickelten sich in zwei genetisch und farblich deutlich voneinander verschiedene Populationen, eine nördlich, die andere südlich der Insel. Da die Färbung für die Buntbarsche ein wichtiges Merkmal für die Partnerwahl ist, ist hier der Grundstein für eine Artspaltung gelegt.

Ob und wann dies endgültig der Fall sein wird, ist eine Frage, die Streelman jetzt beantworten möchte. „Es könnte sein das wir in weiteren 20 Jahren eine neue Art haben, obwohl dies von einer Reihe von Faktoren abhängt. IN jedem Fall haben wir hier eine wundervolle Gelegenheit, die evolutionären Wege dieser Populationen über die Zeit hinweg zu verfolgen. Wir wollen im nächsten Juli auf jeden Fall zur Insel zurückkehren um weitere Untersuchungen durchzuführen“, erklärt der Forscher.
(Georgia Institute Of Technology, 06.08.2004 - NPO)
 
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