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Montag, 29.05.2017
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Kollagen macht Tiefseeschwämme biegsam

Erkenntnisse sollen Implantate für den Menschen robuster machen

Dresdener Forschern ist es jetzt erstmals gelungen, Kollagen in Tiefseeschwämmen nachzuweisen. Das Protein ist bei den mehrzelligen Organismen dafür verantwortlich, dass die untersuchten Glasschwämme extrem widerstandsfähig und biegsam sind.
Glasschwamm

Glasschwamm

Die stangenartigen Schwämme wachsen in einer Wassertiefe von fünf Kilometern unter dem Meeresspiegel und bei Temperaturen zwischen Minus 1,5 und Null Grad Celcius. Sie werden bis zu einem Meter lang.

Schwämme trotzen selbst starken Meeresströmungen


„Auch bei starken Meeresströmungen brechen sie nicht“, sagt Hermann Ehrlich von der Technischen Universität (TU) Dresden. Er leitet die Gruppe von 27 Wissenschaftlern aus Deutschland, Russland und Großbritannien, die jetzt das Geheimnis hinter den robusten Organismen gelüftet haben.

„Bis jetzt war nicht bekannt, dass es überhaupt Kollagen in den Schwämmen gibt“, sagt er in der Fachzeitschrift „Nature Chemistry“. Dabei bestehen die Glasschwämme aus bis zu 70 Prozent Kollagen.


Ziel: robuste Implantate für den menschlichen Körper


Die neuen Erkenntnisse sollen den Forschern zufolge jetzt helfen, Implantate für den menschlichen Körper genauso robust und langlebig zu machen, wie die Schwämme in der Tiefsee. Immerhin gibt es die Glasschwämme schon seit 600 bis 800 Millionen Jahren unverändert. „Das beweist, wie gut angepasst und überlebensfähig diese Kollagenstrukturen sind“, sagt Ehrlich.

Kollagen soll widerstandsfähiger werden


In einem nächsten Schritt will das Team menschliches und tierisches Kollagen genauso widerstandsfähig machen, wie das der Tiefseeschwämme. Die neu entwickelten Materialien sollen in Implantaten für den menschlichen Körper zur Anwendung kommen.

In zwei bis drei Jahren rechnet Ehrlich mit den Ergebnissen. „Der Erfolg der Strukturen beim Überleben über Jahre hinweg ist in der Natur bewiesen“, sagt er, „das wollen wir jetzt in der Medizin nutzen.“
(Technische Universität Dresden, 06.12.2010 - DLO)
 
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