| „Dornröschen" ist Molekül des Jahres |
| Springendes Gen mit vielversprechenden Anwendungen in der Gentherapie ausgezeichnet |
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Ein springendes Gen namens „Dornröschen“ ist das Molekül des Jahres 2009. Diese von Genforschern aus dem Fischgenom isolierte und gentechisch veränderte DNA-Sequenz gilt als vielversprechend für den Einsatz in der Gentherapie. Es ermöglicht gezieltes Einschleusen von Genen und ist sicherer als virale Gentaxis.
 | | Transposon springt von einem Genort zum anderen © University of Wisconsin Madison  | Transposons sind DNA-Abschnitte, die im Genom ihren Ort verändern können und sich selbst kopieren können. Damit sorgen diese springenden Gene auch dafür, dass sich das Erbgut im Laufe der Evolution verändern kann. Knapp die Hälfte des Genoms des Menschen, so schätzen Genforscher, stammt von solchen Transposons ab. Die große Mehrheit von ihnen ist jedoch inzwischen durch genetische Veränderungen inaktiv und heute fester Bestandteil unseres Erbguts.
Aus Fischtransposons, die vermutlich zuletzt vor rund 20 Millionen Jahren aktiv gewesen waren, gelang es Zsuzsanna Izsvák und Zoltán Ivics vom Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch vor über zehn Jahren ein springendes Gen "wiederzubeleben". Sie nannten es in Anlehnung an das Grimm`sche Märchen „Dornröschen" (Sleeping Beauty), weil sie es nach langem Schlaf aufgeweckt hatten.
Wiedererwecktes Transposon als Gentaxi
Um es als Werkzeug für die Übertragung und den Einbau von Genen besser nutzen zu können, veränderten die Wissenschaftler die DNA-Sequenz des von ihnen entwickelten Transposons. Es gelang ihnen damit, Gene in Zellen von Wirbeltieren so effizient einzuschleusen, wie es bisher nur mit entschärften Viren als Gentaxis möglich gewesen war.
Eine internationale Jury bewertete dieses "hyperaktive Transposon" als revolutionär und wählte es aus 15 Molekülen aus. Das gab jetzt die International Society for Molecular and Cell Biology and Biotechnology Protocols and Researches (ISMCBBPR) bekannt. Damit hat erstmals ein Labor außerhalb der USA diese Auszeichnung erhalten. Bereits auf der Tagung der „European Society of Gene and Cell Therapy“ in Hannover im November 2009 hatten Forscher Dornröschen" als Durchbruch für die Gen- und Zelltherapie gewertet.
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| (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), 20.01.2010 - NPO) |
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