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Mittwoch, 26.07.2017
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Forscher entschlüsseln Entstehung einer Leukämie

Neue Angriffspunkte für Therapie bei akuter myeloischer Leukämie

Wissenschaftler haben den Entstehungsmechanismus der häufigsten Leukämieerkrankung bei Erwachsenen aufgedeckt. Sie identifizierten die genauen Folgen einer Genmutation und stellten fest, wie diese einen entscheidenden Rezeptor verändert. Als Folge beginnen sich unreife weiße Blutkörperchen rasch und ungebremst zu teilen.
Leukämiepatienten

Leukämiepatienten

Die akute myeloische Leukämie - kurz AML - ist eine bösartige Bluterkrankung, bei der sich unreife weiße Blutkörperchen rasch und ungebremst vermehren. Dadurch verdrängen die bösartigen Zellen die gesunden Abwehrzellen des Körpers - das Immunsystem des Betroffenen wird lahm gelegt. Trotz intensiver Behandlung können bei dieser häufigsten akuten Leukämieform bei Erwachsenen nur weniger als ein Drittel der Betroffenen geheilt werden. Die derzeitige Standardtherapie ist zudem noch immer sehr belastend für die Patienten und mit einem langen Krankenhausaufenthalt verbunden.

„Unbehandelt verläuft diese Krebsart innerhalb kurzer Zeit tödlich", erklärt Hubert Serve, Professor für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main und Sprecher des AML-Verbundprojektes "Onkogene-Netzwerke in der Pathogenese der AML". Im Rahmen dieses Verbundes haben die Wissenschaftler der Universitätsklinik Frankfurt am Main und des Max- Planck-Instituts in Martinsried jetzt neue überraschende Erkenntnisse über die Signalwege in Leukämiezellen gewonnen.

Mutation verändert Rezeptor


Bekannt ist, dass verschiedene genetische Veränderungen in den blutbildenden Zellen des Knochenmarks eine AML verursachen. Besonders häufig sind von diesen Mutationen die Gene für Eiweißstoffe betroffen, die normalerweise auf der Zelloberfläche sitzen und die Signalübertragung in der Zelle steuern. In Leukämiezellen sind diese so genannten Rezeptoren derart verändert, dass sie ständig aktiv sind und so der Zelle befehlen, sich unaufhörlich zu teilen.


Jetzt haben die Wissenschaftler herausgefunden, was genau in den Leukämiezellen abläuft. Die Rezeptoren werden von einem kleinen Zellorganell, dem Endoplasmatischen Retikulum, im Zellinnern gebildet. In gesunden Zellen wandern die Rezeptoren anschließend an ihren Bestimmungsort - die Zelloberfläche.

Wirkung aus dem Inneren, nicht von der Zelloberfläche


„Wir haben entdeckt, dass dies in Leukämiezellen völlig anders ist", erklärt Serve. "Hier verbleibt der Rezeptor vornehmlich im Inneren der Zelle am Endoplasmatischen Retikulum. Er entfaltet seine bösartige Wirkung also nicht, wie bisher angenommen, von der Zelloberfläche aus, sondern vor allem aus dem Zellinneren."

Diese Forschungsergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift „Molecular Cell“ veröffentlicht wurden, bilden eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien, welche die veränderten Rezeptoren zukünftig gezielt blockieren und die fehlgesteuerten Abläufe in der Zelle verhindern können.
(Deutsche Krebshilfe e.V., 05.11.2009 - NPO)
 
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