• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 29.08.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Erosion: Wasser wirkt genauso stark wie Eis

Neue Studie widerlegt bisherige Annahmen einer stärkeren Eiserosion

Flüsse verändern die Landschaft ebenso stark und schnell wie Gletscher, die Erosionsraten von Wasser und Eis sind nahezu gleich groß. Das berichten kanadische Forscher jetzt in „Nature Geoscience“. Damit widerlegen sie bisherigen Annahmen, nach denen das Eis eine deutlich höhere erodierende Wirkung haben sollte.
Malaspina Gletscher

Malaspina Gletscher

Gletscher bewegen sich zwar nur langsam, sie wirken dafür aber wie gewaltige Planierraupen: Was sich ihnen in den Weg stellt wird platt gewalzt oder mitgeschleppt. Meterdicke Findlinge, die während der Eiszeit über 1.000 Kilometer transportiert und dann abgelagert wurden, zeigen die Kraft des Eises. Doch auch das Wasser entwickelt im Laufe der Zeit gewaltige Kraft: Es kerbt tiefe Schluchten ein oder lässt Flüsse mäandrieren. Aber welche dieser beiden formenden Kräfte wirkt stärker? Bisher ging man davon aus, dass das Eis die Erdoberfläche deutlich schneller abträgt als Wasser.

Zehn Millimeter pro Jahr


Doch Michele Koppes und David Montgomery von der Universität von British Columbia haben nun diese bisherigen Annahmen widerlegt. Sie sammelten für ihre Studie Daten zur Erosion von Flüssen und Gletschern weltweit und verglichen diese – mit überraschendem Ergebnis: Wenn die unterschiedlichen relativen Flächen von Gletschergebieten und Flussbetten mit einbezogen wurden, lag die Menge der abgetragenen Oberfläche durch Wasser und Eis in der gleichen Größenordnung: Sie variierten von weniger als einem bis zu zehn Millimetern pro Jahr.

Störungen verstärken Erosion


Die Forscher stellten auch fest, dass die höchsten Erosionsraten immer dann auftraten, wenn Landschaften erst kürzlich gestört worden waren, entweder durch Vulkanausbrüche oder aber durch einen besonders schnellen Rückzug von Gletschern entlang von Küsten. Die höchsten Erosionswerte von Wasser und Eis bewegten sich in dem Bereich, in dem auch die Erosion durch landwirtschaftliche Nutzung – also durch den direkten Einfluss des Menschen – liegt. Nach Ansicht der Autoren zeigt dies, wie stark der Einfluss der Landwirtschaft auf die Erdoberfläche und die Entwicklung von Landschaften ist.
(nature, 25.08.2009 - NPO)
 
Printer IconShare Icon