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Samstag, 11.02.2012
Schlechte Mäusemütter durch Glückshormon-Mangel
Aber: Serotonin im Gehirn für das Überleben nicht entscheidend
Mangel an Serotonin im Gehirn verzögert das Wachstum von Mäusen nach der Geburt und lässt sie im späteren Leben schlechte Mütter werden. Das haben Berliner Wissenschaftler jetzt in einer neuen Studie gezeigt, über sie in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) berichten.

3D-Modell des Serotonin
3D-Modell des Serotonin
© public domain 3D-Modell des Serotonin
Dr. Natalia Alenina, Dana Kikic und Professor Michael Bader vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch stellten zudem fest, dass das als Glückshormon geltende Serotonin im Gehirn für das Überleben der Tiere nicht entscheidend ist.

Die Forscher konnten damit bestätigen, dass es zwei strikt getrennte Wege der Serotoninproduktion gibt: Ein Gen ist für die Bildung von Serotonin im Gehirn verantwortlich, ein anderes für die Produktion des Hormons im Körper.

Gen Tph2 ausgeschaltet
Das Team um Alenina hatte in Mäusen das Gen Tph2 ausgeschaltet, um zu sehen, welche Funktion dieses im Gehirn hat. Tph2 produziert das Enzym Tryptophan-Hydroxylase (TPH), das für die Serotoninbildung verantwortlich ist. Nachdem die Forscher Tph2 stillgelegt hatten, bildeten die Tiere so gut wie kein Serotonin im Gehirn.

Mäuse ohne „Glückshormon“ sind kleiner
Mäuse ohne „Glückshormon“ sind kleiner
© Natalia Alenina / MDC Mäuse ohne „Glückshormon“ sind kleiner
Dennoch waren die Tiere lebensfähig und die Hälfte von ihnen erreichte das Erwachsenenalter. Sie benötigten aber nach den Ergebnissen der Studie tagsüber mehr Schlaf, und die Regelung ihrer Atmung, ihrer Körpertemperatur und ihres Blutdrucks waren verändert.

Vernachlässigter Nachwuchs
Die weiblichen Mäuse konnten auch Nachwuchs bekommen und produzierten genügend Milch, um ihn zu ernähren. Sie vernachlässigten ihn aber so, dass er kaum lebensfähig war, so die Wissenschaftler.

Das Gen Tph2 hatten die MDC-Forscher vor einigen Jahren mit Kollegen der Freien Universität (FU) Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) entdeckt.
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