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Mittwoch, 17.01.2018
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Höhlen als Lagerplätze

Wissenschaftler finden Relikte menschlicher Nutzung

Überall dort, wo Menschen in der Vorzeit lebten, nutzten sie Höhlen als Zufluchtsorte, Kult- und Grabstätten. Dies war wohl auch in Yucatan der Fall. In den vor Wind geschützten Nischen suchten die Menschen Schutz, sie konnten sich ein Feuer machen, sich am Lagerfeuer unterhalten und die in der Ebene gejagten Tiere zubereiten.

Prähistorische Feuerplätze entdeckt


Solche prähistorischen Feuerplätze entdeckten wir bisher an zwei Stellen: In der „Kammer der Vorfahren“ (Camera de los Ancestros) im Höhlensystem von Aktun Ha fanden wir Holzkohle, die eindeutig auf Aktivitäten des Menschen zurückgeht. Im Zentrum der 30 Meter breiten und zehn Meter hohen Grotte lagert ein isolierter Kalksteinblock von etwa zwei Metern Höhe.

In einer Nische dieses Blocks fanden wir in einer Höhe von 60 Zentimetern über dem Höhlenboden eine Ansammlung von Holzkohle. Auch teilweise verbranntes Holz von Aschegröße bis hin zu Stücken von zehn Zentimetern Länge konnten wir entdecken. Das Alter der Holzkohle wurde auf 9.500 Jahre ermittelt. Die Kuhle besitzt einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern und ist bis zu 35 Zentimeter tief. Unweit dieser Stelle barg Arturo Gonzalez mehrere Werkzeuge aus Kalkstein.

Eiszeit: Blick auf die Nordhalbkugel

Eiszeit: Blick auf die Nordhalbkugel

Angekokelte Knochen eines eiszeitlichen Lamas


Ein zweiter vorzeitlicher Lagerplatz wurde bei La Chimenea entdeckt, einem Cenote des Taj Mahal-Höhlensystems. Zwischen den verkohlten Kohlestückchen der dortigen Feuerstelle entdeckten wir die angekokelten Knochen eines mit Steinwerkzeugen bearbeiteten eiszeitlichen Lamas der Gattung Hemiauchenia.

Auch diese Tiere starben in Nordamerika vor 11.000 Jahren aus. Parallel angebrachte, drei bis vier Zentimeter lange Rillen auf mehreren der Knochen weisen darauf hin, dass Menschen diese Knochen mit Werkzeugen bearbeitet haben. Eine Alterdatierung dieses Fundplatzes steht bisher noch aus.
Wolfgang Stinnesbeck / Forschungsmagazin „Ruperto Carola“ der Universität Heidelberg
Stand: 07.10.2011
 
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