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Sonntag, 22.04.2018
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Folgen – weiterleiten – antworten

Forscher untersuchen Kommunikationswege innerhalb von Twitter

Eine neulich veröffentlichte Studie, die auf dem Twitter-Datensatz basiert, untersucht detailliert, wie sich die verschiedenen Kommunikationswege innerhalb von Twitter unterscheiden. Auf Twitter ist es möglich, jemandem einfach nur zu „folgen“, also dessen Nachrichten zu beziehen – ohne dass diese Gefolgschaft, so wie die „Freundschaft“ auf Facebook, der Bestätigung des Gegenübers bedarf. Man kann, zweitens, Nachrichten weiterleiten – an die Personen, die einem selbst „folgen“. Drittens: Man kann auf Nachrichten antworten.

Eine Meldung schlägt Wellen

Gleich drei Twitter-Netzwerke


Wenn man diese drei Aktionsformen jeweils für sich untersucht, hat man nicht mehr ein, sondern quasi drei Twitter-Netzwerke vor sich. Das Resultat: In der Kategorie „Nutzer mit den meisten Followers“ waren Nachrichtenmagazine sowie Stars und Politiker die einflussreichsten Akteure. In der Kategorie „Weitergeleitet“ hatten ebenfalls die News-Anbieter die Nase vorn, aber auch prominente Business-Ratgeber. Die meisten „Antworten“ schließlich erhielten die Stars. Was heißt: Tausende von Followers zu haben, macht einen Twitter-Nutzer nicht notwendig zum Influential – jedenfalls ist es kein Indiz dafür, dass die Botschaft, die man verbreiten will, auch aufgenommen und weiter verbreitet wird.

Daneben zeigte die Studie: Einflussreiche Twitter-Nutzer sind meist nicht nur auf einem einzigen Gebiet, sondern in verschiedenen Themenfeldern erfolgreich (dies im Gegensatz etwa zu den Communitys auf der Plattform Epinion, die sich meist um ein spezielles Produkt drehen). Und: Die Einflussreichen sind keine Eintagsfliegen. Sie bleiben über einen längeren Zeitraum erfolgreich. „Einfluss ist hier kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis konzertierter Bemühungen“, hält Krishna Gummadis Studie in Entgegnung auf den Influentials-Skeptiker Watts fest.

Keine Spur von Mundpropaganda?


Noch etwas fällt ins Auge: die hervorgehobene Rolle, welche die Massenmedien oder deren Repräsentanten in den sozialen Online-Netzen spielen. Diese Rolle entspricht nicht unbedingt dem, was man sich unter Mundpropaganda vorstellt. Krishna Gummadis Team hat diese Beobachtung gleich zum Anlass einer neuen Studie genommen. „Wir wollten wissen: Was passiert, wenn wir hoch verlinkte Akteure wie die Seiten von Nachrichtensendern und Zeitungen einfach aus dem Spiel entfernen?“, sagt der Netzwerkforscher.

Man wählte das Auftauchen der britischen Amateur-Schlagersängerin Susan Boyd in den Twitter-Nachrichten von 2009 als Testereignis. Das Resultat: 60 Prozent aller Twitter-Nutzer erfuhren durch Tweets, die von den Nachrichtenseiten kamen, zuerst von Boyd. Was bedeutet: Ohne die Massenmedien geht gar nichts. Dennoch wirkt die große Mehrheit aus weniger gut verlinkten Twitter-Nutzern wie ein Verstärker für von den Massenmedien kommende Nachrichten. Diese Mehrheit hatte an der Verbreitung der Nachricht von Susan Boyd einen Anteil von immerhin fünf Prozent.
Ralf Grötker / MaxPlanckForschung
Stand: 11.03.2011
 
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