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Freitag, 10.02.2012
Sind wir allein im Kosmos?
SETI-Forschung zwischen Wissenschaft und Metaphysik

Weltall 
Weltall
© NASA/STScI
Weit weg, in einem viele Lichtjahre entfernten Teil unserer Galaxie: Eine fremde Zivilisation richtet einen starken Radiosender in den Himmel, schickt eine Botschaft an das Weltall. Die Radiowellen durcheilen mit Lichtgeschwindigkeit den Weltraum, sie sind Jahrhunderte, Jahrtausende oder vielleicht sogar Jahrmillionen unterwegs - ungehört, ungesehen. Inzwischen zu einem leisen Wispern verblasst, erreichen sie schließlich eines Tages wieder einen Planeten des Lebens - die Erde.

Doch die Erde ist taub: Zwar empfangen die Radioteleskope der Erdbewohner das schwache Signal, doch es geht im kosmischen und irdischen Hintergrundrauschen unter und wird ignoriert. Die Botschaft verhallt ungehört, eine Chance ist vertan...

Pure Science Fiction? Nicht unbedingt. Für eine kleine Gruppe von Astronomen und Millionen von interessierten und engagierten Laien ist dieses Szenario nicht nur durchaus realistisch, sondern gleichzeitig auch der Ansporn ihrer inzwischen jahrzehntelangen Bemühungen: der Suche nach außerirdischen Intelligenzen im Kosmos.

"Sind wir alleine im Universum?" Diese Frage haben sich schon Menschen aller Kulturen und Zeitalter gestellt und entsprechend ihrer Weltanschauung und Kenntnisse in irgendeiner Form versucht zu klären. Bis heute hat auch die Wissenschaft auf diese jahrhundertealte Frage keine endgültige Antwort gefunden.

 Parkes Radioteleskop
Parkes Radioteleskop
© CSIRO  Parkes Radioteleskop
Die Suche und die möglichen Ergebnisse der SETI-Forschung haben daher keineswegs nur wissenschaftliche Bedeutung, sondern reichen viel tiefer. Entsprechend stark und gleichzeitig gespalten sind auch die Reaktionen auf die Arbeit der SETI-Forscher. Während Alien-Gläubige und "Area 51"-Verschwörungstheoretiker die SETI-Forschung als willkommene Ergänzung ihres Weltbildes feiern, trägt eben diese begeisterte Vereinnahmung nicht gerade dazu bei, die durchaus ernsthaften wissenschaftlichen Grundlagen des Projektes zu betonen.

Schon seit Beginn ihrer Arbeit in den 1960er Jahren haben die SETI-Forscher daher nicht nur gegen Vorurteile und den Ruch der Unseriösität zu kämpfen, sondern müssen sich auch immer wieder gegen die Inbesitznahme durch esoterische Gruppierungen abgrenzen.

Von Seiten der Wissenschaft wird die Arbeit der SETI-Forscher zwar im Großen und Ganzen durchaus als seriös anerkannt, doch den Sinn des Ganzen zweifeln viele dennoch an: Zu teuer und chancenlos sei das Unterfangen, so die Ansicht der Kritiker, sei doch die Wahrscheinlichkeit für intelligentes Leben im All ohnehin verschwindend gering, wenn überhaupt vorhanden. Im Gegensatz zu den 1960er und 1970er Jahren, in denen auch die NASA noch eigene SETI-Projekte unterhielt, fließen staatliche Gelder heute daher meist nur noch spärlich.

Doch die Wissenschaftler des SETI-Instituts und zahlreicher ähnlicher Projekte lassen sich davon nicht beirren. Sie suchen weiter. Und wenn es nur dazu dient, zu zeigen, dass nichts da ist. Zumindestens hat die Menschheit dann offene Ohren bewiesen und nicht möglicherweise einen Kontaktversuch überhört...

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