Zwischen Walfang und Tankstopps für Transatlantik-Flüge - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Über das Klischee von den vergessenenen Inseln

Zwischen Walfang und Tankstopps für Transatlantik-Flüge

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten sich die Azoren zu einem wichtigen Zentrum für den Walfang. Amerikanische Schiffe gingen hier auf Jagd, rekrutierten aber immer wieder auch große Teile ihrer Besatzung unter den mutigen Inselbewohnern. Die Azoreaner machten aber gleichermaßen auch in eigener Regie Jagd auf die Giganten der Meeres und nahmen vor allem die hier häufig vorkommenden Pottwale ins Visier.

Horta auf Faial © Carsten Mundt

Mit der Verlegung der ersten Transatlantik-Kabel in den 1880er und 1890er Jahren erlebten die Inseln einen weiteren kleinen Boom und entwickelten sich einem der wichtigsten Knotenpunkte der internationalen Kommunikation. Zahlreiche Unternehmen wie die Deutsch-Atlantische Telegrafengesellschaft oder die Western Union Telegraph Company siedelten sich auf Faial oder anderswo an und brachten ein bisschen Wohlstand auf die Inseln.

Später, Mitte des 20. Jahrhunderts, machten sich die Azoren schließlich einen Namen als Militärbasis und Stützpunkt für die alliierte Invasion in der Normandie während des zweiten Weltkriegs und als Tankstopp für Transatlantik-Flüge.

Das Klischee von den vergessenenen Inseln jedoch wurden die Azoren niemals los. Armut und mangelnde Perspektiven führten deshalb dazu, dass immer wieder Auswanderungswellen die Azoren heimsuchten. Gelegentlich war die „Republikflucht“ sogar so stark, dass ein Ausbluten der Inseln drohte. Vor allem Amerika war das gelobte Land. Heute leben in den USA drei bis vier mal so viele Azoreaner wie auf dem Archipel selbst.

Furnas auf Sao Miguel © Carsten Mundt

Mittlerweile ist der Bevölkerungsschwund allerdings weitgehend gestoppt, die Zahl der Azoreaner steigt sogar seit einigen Jahren wieder leicht an. Dies liegt unter anderem daran, dass seit dem EU-Beitritt Portugals auch die Fördergelder für die Azoren üppiger fließen und sich das Arbeitsplatzangebot auf den Inseln erheblich verbessert hat.

Anzeige

Viel mehr als die vielen Abwanderungswilligen hat den Azoren in der mittlerweile mehr als 600 Jahre dauernden Besiedlungsgeschichte die Natur zu schaffen gemacht. Für Angst und Schrecken bei den Einwohnern sorgten vor allem Erdbeben und Vulkanausbrüche, die aufgrund der brisanten geologischen Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken dort an der Tagesordnung sind.

Die immer wiederkehrenden Naturkatastrophen forderten zahlreiche Todesopfer, ließen ganze Ortschaften und Lava- und Aschemassen ersticken und zerstörten wie 1522 auf Sao Miguel riesige Inselregionen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. 13
  28. |
  29. weiter


Stand: 02.05.2003

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Azoren
Wetterküche Europas

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Inseln an der Nahtstelle der Erdkruste
Die Azoren

Westlichster Zipfel der EU
Azoren - Autonom aber doch portugiesisch

Zwischen Vergangenheit und Moderne
Gesellschaft im Umbruch

Zwei Köche für die Wetterküche Europas
Azorenhoch und Islandtief im Duell

Ein Klimaschaukel macht Karriere
Die Nordatlantische Oszillation

Vier Jahreszeiten an einem Tag?
Wetterkapriolen auf den Azoren

Aus Feuer geboren
Die Geologie der Azoren

Von Suppenschüsseln, Eintöpfen und Geothermie
Die gewaltigen Kräfte aus dem Erdinnern

Idylle zwischen Hortensien und Fledermäusen?
Natur pur auf den Vulkaninseln

Wenn Bussarde zu Habichten werden
Die Geschichte der Azoren beginnt mit einem Versehen

Zwischen Walfang und Tankstopps für Transatlantik-Flüge
Über das Klischee von den vergessenenen Inseln

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Hawaii - Tropisches Paradies auf heißem Untergrund

Wetterextreme - Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?

Anzeige
Anzeige