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Freitag, 10.02.2012
Alles ist hier anders
Australiens Fauna und Flora

Ein Charakteristikum der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere, die auf dem fünften Kontinent viele für Wirbeltiere typische biologische Nischen besetzen. Säugetiere waren dagegen ursprünglich hier kaum zu finden. Besonderes - und namensgebendes - Kennzeichen der Beuteltiere ist, dass sie ihren Nachwuchs im Beutel säugen. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Tiergruppe ist das Känguru, das es wahrscheinlich schon vor ungefähr 15 Millionen Jahren gab.

Aber auch andere Tierarten, die es nur in Australien gibt, konnten sich auf dem abgeschiedenen Kontinent ungestört entwickeln. Die riesigen Salzwasser-Krokodile (Salties) haben sich seit dem Aussterben der Dinosaurier kaum verändert. Als weitere Beispiele sind außerdem die Koalas, Wallabys, Dingos und Kloakentiere zu nennen. Auch die primitiven Kloakentiere sind eine australische Besonderheit - sie sind weltweit die einzigen Eier legenden Säugetiere. Zu dieser besonderen Tiergruppe gehören noch Schnabeltiere und Ameisenigel. Sie werden auch aufgrund ihrer vielen urtümlichen Merkmale als "lebende Fossilien" bezeichnet.

Auf den anderen Kontinenten sind die Säugetiere (Mammalia) größtenteils Plazentatiere, das heißt ihre Jungen wachsen in der Gebärmutter, werden über die Plazenta ernährt und voll ausgebildet geboren. Die meisten australischen Säugetiere sind hingegen so genannte Monotremen (eierlegende Säugetiere) oder Marsupialia, Beuteltiere die noch embryonale Junge zur Welt bringen.

Aber wieso gibt es in Australien keine höheren Säugetiere, wie auf den anderen Kontinenten? Eine Erklärung könnte sein, dass die Verbindung zum Urkontinent abriss, bevor weitere Säugetiere nachkommen konnten. Die Beuteltiere haben diese Landbrücke offensichtlich besser überwinden können, und konnten sich aufgrund der fehlenden Konkurrenz ungestört entwickeln.

Bedrohte Vielfalt
Nach Schätzungen leben auf dem fünften Kontinent bis zu 300.000 verschiedene Tierarten, von denen bis jetzt aber nur ungefähr 100.000 erforscht sind (252 Säugetierarten, 751 Vogelarten, 748 Reptilienarten, über 205 Amphibienarten, 200 Süßwasserfischarten und der Rest sind Insekten und Wirbellose). Seit der Besiedelung Australiens durch Europäer sind bereits 20 Säugetier- und 16 Vogelarten ausgestorben. Gründe hierfür sind vor allem die Zerstörung des natürlichen Lebensraums und die Einfuhr fremder Arten.

Die endemischen Arten sind aufgrund des normalerweise fehlenden Konkurrenzdrucks den fremden Tieren nahezu schutzlos ausgeliefert. "Hauptzerstörer" der einheimischen Natur war und ist hierbei das Kaninchen, das sich explosionsartig vermehrt. Sie kamen mit dem ersten Sträflingstransport nach "Down Under" und fanden in ihrem neuen Lebensraum ideale Voraussetzungen mit wenigen natürlichen Feinden. So wurden sie zur regelrechten Landplage - Anfang des 20. Jahrhunderts schätze man ihre Gesamtzahl auf 500 Millionen.

Eukalyptus und Co.
Auch die australische Vegetation - Flora australis genannt - hat Besonderheiten zu bieten: 22.000 unterschiedliche Pflanzenarten sind hier beheimatet. Die bekannteste australische Pflanzenart ist mit Sicherheit der Eukalyptusbaum, der über den gesamten Kontinent verteilt ist, und sich den verschiedenen klimatischen Verhältnissen bestens anpasst. Vor 35 Millionen Jahren begann der Siegeszug der Eukalyptusbäume auf dem fünften Kontinent. Sie verdrängten die dichten Wälder der Tertiärzeit und besetzten ökologische Nischen, die andere Pflanzen auf den übrigen Kontinenten einnehmen. Über 500 Eukalyptusarten gibt es.

Wie vor Jahrmillionen wachsen immer noch einige urtümliche Pflanzen ungestört in der australischen Wildnis. Überbleibsel der antarktischen Baumfarne sind beispielsweise an den Südseiten von Gebirgsketten in feuchten, schattigen Schluchten zu finden. Vor einigen Jahren wurde in einem abgelegenen Tal bei Sydney eine Spezies von Koniferen entdeckt, von der man eigentlich angenommen hatte, dass sie schon vor Urzeiten ausgestorben war.

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