Das Gehirn ist möglicherweise das komplexeste Gebilde des Universums. Etwa tausend Milliarden Nervenzellen sind in ihm auf kleinstem Raum zu einem leistungsfähigen, flexiblen und schnellen Netzwerk verbunden. Lange schon versucht der Mensch, dieses Netzwerk in die Technik zu übertragen – aber kann das überhaupt gelingen?
Bislang ist nur wenig darüber bekannt, wie die Zellen des Gehirns Informationen verarbeiten, wie sie beispielsweise lernen, wie sie sich erinnern oder sich eigenständig zu neuronalen Ensembles mit besonderen Aufgaben organisieren.
Einiges hat unser Hirn mit den derzeit leistungsstärksten Computern gemeinsam – größer jedoch sind die Unterschiede, die es den Wissenschaftlern schwer machen, das Universum im Kopf zu verstehen – und seine Arbeitsweise zu kopieren. Wissenschaftler am Kirchhoff-Institut für Physik in Heidelberg haben sich diesen Herausforderungen gestellt und arbeiten mit einem ungewöhnlichen Ansatz an einem künstlichen „Gehirn“ |