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Freitag, 19.03.2010

Das Schwerpunktthema der Woche

Wohin mit dem CO2? 
Wohin mit dem CO2?
© IMSI MasterClips
Wohin mit dem CO2?
Auf der Suche nach „Endlagern“ in Untergrund und Ozeanen

Der Kohlendioxidgehalt der Atmophäre hat ein neues Rekordhoch erreicht, das Treibhausgas heizt das Klima der Erde stetig weiter auf und eine Reduktion der Emissionen scheint weit und breit nicht in Sicht. Gibt es einen Ausweg aus dieser Zwickmühle? Nach Ansicht von immer mehr Wissenschaftlern und Politikern vielleicht. Sie setzen auf die so genannte CO2-Sequestrierung.

Hinter diesem verklausuliert-fachsprachlichen Ausdruck verbergen sich verschiedene Bestrebungen, das ungeliebte Treibhausgas durch Abtrennung aus den Emissionen zu isolieren und anschließend sicher irgendwo zu lagern. Wobei „irgendwo“ in diesem Falle entweder Speicherstätten im Untergrund sein können, aber auch das Wasser der Tiefsee oder sogar die winzigen Meeresalgen des Planktons.

Nach dem Motto: „Wegsperren statt reduzieren“ könnten solche Verfahren, das zumindest glauben die Verfechter der Sequestrierung, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Immerhin beruhen zur Zeit noch immer mehr als 85 Prozent unserer Energieversorgung auf fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle oder Gas – und damit auf „Kohlendioxidschleudern“ ersten Ranges. Nach Einschätzung der internationalen Energieagentur (IEA) wird sich daran in der nächsten Zukunft auch nicht viel ändern, im Gegenteil: Der wachsende Energiebedarf der Entwicklungsländer sorgt eher noch für eine Zunahme der Emissionen.

Nach Ansicht von Experten wie dem Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist dem Klima nur noch durch eine drastische „CO2-Entziehungskur“ zu helfen: Mindestens 60 Prozent weniger Emissionen und das möglichst sofort wären nötig, um die schleichende Zunahme des atmosphärischen CO2 und damit den Klimawandel zu stoppen. Und das am besten durch eine radikale Energiewende: „Dies bedeutet nichts anderes als die Umstellung auf ein anderes Energiesystem in den kommenden fünfzig Jahren: wesentlich höhere Energieeffizienz, wesentlich mehr erneuerbare Energien.“

Doch solche Umstellungen sind angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten wenig realistisch: Während sich die Industrieländer, allen voran die USA, noch nicht einmal dazu aufraffen können, die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutzziele einzuhalten, haben die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer ganz andere Probleme. Für sie geht es in erster Linie darum, den wirtschaftlichen Anschluss an die „erste Welt“ zu finden – und das in der Regel ohne große Rücksicht auf das Klima oder die Umwelt im Allgemeinen.

Aber kann eine „Endlagerung“ des Kohlendioxids tatsächlich Abhilfe schaffen?

Inhalt:
Ab in den Untergrund
Das Projekt Sleipner
Öl raus, Gas rein
Ölfelder als CO2-Speicher?
Gas rein, Gas raus
Speicherung in Gas- und Kohlelagerstätten
Trockeneis in die Tiefsee
Ozeane als Kohlendioxidspeicher?
Mit dem Eisenexpress in die Tiefe?
CO2-Speicherung durch Eisendüngung des Meeres
Ein endlicher Puffer...
Ozeane als „Lösung auf Zeit“
Alibi oder Abhilfe?
Sinn und Effektivität der Sequestrierung
Eine Frage des Geldes...
Die Kosten der Sequestrierung
Wie geht es weiter?
Zukunftschancen der Sequestrierungstechnologie
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