• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 23.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Australiens Sonne für Bielefelder Mikroalgen

Universität Bielefeld

Viel Platz und jede Menge Sonne: Der australische Bundesstaat Queensland bietet die besten Voraussetzungen für ein Pilotprojekt der Energieversorgung der Zukunft, eine Forschungsanlage für Bioenergie aus Mikroalgen. Dafür kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Centrums für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld sowie des Karlsruher Instituts für Technologie mit dem Institut für molekulare Biowissenschaft der Universität Queensland. Finanziert wird das rund drei Millionen Euro teure Projekt von der Regierung des Bundesstaats und Wirtschaftsunternehmen. Premierminister Campbell Newman hat das Forschungszentrum für solaren Biokraftstoff (Solar Biofuels Research Center) heute, 9. April, eröffnet.
Dass sich aus einzelligen Mikroalgen ein nachwachsender Kraftstoff gewinnen lässt, ist wissenschaftlich bereits erwiesen. Sie enthalten oft einen außergewöhnlich hohen Anteil an Ölen, die zur Herstellung von Diesel- und Kerosinkraftstoffen geeignet sind. Damit die Alge jedoch tatsächlich in den Tank kommt, muss der Bio-Kraftstoff auch wirtschaftlich attraktiv werden. Aber welche Algenart eignet sich am besten und unter welchen Bedingungen gedeiht sie optimal? Um solche Fragen zu klären, forscht die Arbeitsgruppe „Algenbiotechnologie und Bioenergie“ unter Leitung von Professor Dr. Olaf Kruse von der Fakultät für Biologie und vom CeBiTec der Universität Bielefeld gemeinsam mit Kollegen in Brisbane, Australien. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie wiederum entwickeln geeignete Reaktoren für die Zucht der Mikroalgen.

Unter australischem Himmel


Nach erfolgreichen Laborversuchen geht das Projekt nun in die zweite Phase: Auf einem Versuchsgelände der australischen Kooperationspartner werden die Mikroalgen unter freiem Himmel gezüchtet – „unter Optimalbedingungen“, betont Professor Kruse. Eine vergleichbare Anlage gibt es nur an der niederländischen Universität Wageningen. „Wir unterhalten auch gute Beziehungen mit den dortigen Forscherinnen und Forschern. Es wird spannend sein, unsere Ergebnisse zu vergleichen und zu sehen, wie die Algen auf so unterschiedliche klimatische Bedingungen wie Mitteleuropa und das subtropische Queensland reagieren.“

Während der zweijährigen Pilotphase testen die Wissenschaftler verschiedene Arten von Mikroalgen. Die Rolle der Bielefelder ist es dabei, geeignete Arten zu finden und mit der Hightech-Ausrüstung des CeBiTecs ihre Inhaltsstoffe zu bestimmen. Bei ihrer Suche greifen sie vorwiegend auf vorhandene Algen-Datenbanken zurück. „Aber es gibt noch viele hunderttausend unentdeckte Arten“, erzählt Kruse. „Wir suchen auch nach Algen aus der nahen Umgebung.“ Selbst aus dem Urlaub haben Mitarbeiter des Forschungsteams schon Proben mitgebracht. Ob er eine Art zur Testzucht in Australien empfiehlt, hängt unter anderem davon ab, wie schnell sie wächst und wie hoch ihr Anteil an Ölen ist.

Auf der Größe eines Basketballfeldes


Noch hat die Pilotanlage etwa die Größe eines Basketballfeldes. Wenn die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen ist, besteht aber auf dem Gelände die Möglichkeit, die ausgewählte Algenart in größerem Stil zu züchten – nach Labor- und Pilotphase ist das Phase drei auf dem Weg zur Marktreife. Ob der Bio-Kraftstoff danach in Phase vier, die Produktion, gehen kann, hängt auch von den zukünftigen Forschungsergebnissen ab. Noch lässt sich nicht vorhersagen, wann wir Autos kaufen können, die mit Energie aus Algen betrieben werden. „Ich bin mir aber sicher, dass die Mikroalgen zur Zukunft der Energieversorgung einen wichtigen Beitrag als alternative Biomasse zu Nutzpflanzen leisten können“, sagt Professor Kruse.
(Universität Bielefeld, 09.04.2013 - KBE)
 
Printer IconShare Icon