Fett reichert sich in den Atemwegen an und könnte zu Asthmasymptomen beitragen Übergewicht zeigt sich auch in der Lunge - scinexx | Das Wissensmagazin
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Übergewicht zeigt sich auch in der Lunge

Fett reichert sich in den Atemwegen an und könnte zu Asthmasymptomen beitragen

Lunge
Überflüssige Pfunde verändern offenbar die Atemwege und könnten Asthma fördern. © Natali Mis/ istock

Dickes Problem: Übergewicht verursacht offenbar auch krankhafte Veränderungen in der Lunge. Wie Gewebeanalysen nahelegen, reichert sich bei dicken Menschen vermehrt Fett in den Atemwegswänden an. Dadurch kommt es zu Entzündungen und einer Verengung der Atemwege. Dies könnte erklären, warum Übergewichtige häufiger an Asthma leiden und dicke Patienten oft besonders starke Symptome entwickeln.

Die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen nimmt weltweit immer weiter zu. Damit steigen auch die Fälle der mit den überflüssigen Pfunden in Verbindung stehenden Leiden: Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind wohl die bekanntesten Folgen. Doch Asthma und andere Atemwegsprobleme gehen ebenfalls häufig mit Übergewicht einher. Warum das so ist, war bislang erst in Teilen verstanden.

Eine mögliche Erklärung liefern nun Mediziner um John Elliot von der University of Western Australia in Crawley. „Unser Forschungsteam beschäftigt sich mit der Struktur der Atemwege in den Lungen und wie diese bei Patienten mit Atemwegserkrankungen verändert ist. Dabei stellten wir fest, dass sich manchmal Fettgewebe in den Wänden der Atemwege anreichert“, berichtet Elliot.

Verdickung der Atemwege

Gab es hier möglicherweise einen Zusammenhang zu Übergewicht? Um dies herauszufinden, untersuchten die Wissenschaftler Lungengewebeproben von 52 Menschen – darunter Gesunde und an Asthma Erkrankte. Die Ergebnisse verglichen sie dann mit dem Body-Mass-Index (BMI) der Probanden.

Die Ergebnisse bestätigten: Tatsächlich baut sich in den Atemwegswänden adipöses Gewebe auf – und zwar umso mehr, je höher der BMI des Betroffenen ist. Wie die Analysen nahelegten, verdicken sich durch die Fettanreicherung die Wände der Atemwege. Außerdem scheint es vermehrt zur Einwanderung von Immunzellen wie Neutrophilen und als Folge zu Entzündungsreaktionen zu kommen.

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Erschwerter Luftfluss

„Wir glauben, dass dadurch der Luftfluss durch die Lungen erschwert wird und dies zumindest zum Teil erklären kann, warum Übergewichtige häufiger an Asthma leiden oder Asthmasymptome bei ihnen stärker ausfallen“, sagt Elliots Kollege Peter Noble.

Damit zeichnet sich ab: Viele Übergewichtige keuchen nicht nur, weil ihre Körpermasse auf die Lungen drückt. „Unsere Beobachtungen legen tatsächliche Veränderungen der Atemwege nahe, die mit Übergewicht in Verbindung stehen. Das ist eine wichtige Erkenntnis“, konstatiert der nicht an der Studie beteiligte Thierry Troosters von der European Respiratory Society.

Hilft Abnehmen?

In Zukunft wollen die Forscher Wege finden, das Fettgewebe in den Lungen genauer zu messen. Außerdem interessiert sie, ob sich die beobachteten Veränderungen der Atemwege durch Abnehmen rückgängig machen lassen. „In der Zwischenzeit sollten wir Asthmapatienten dabei unterstützen, ein gesundes Gewicht zu halten“, schließt Troosters. (European Respiratory Journal, 2019; doi: 10.1183/13993003.00857-2019)

Quelle: European Respiratory Society

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