Schwellungen im Gehirn laufen nach ähnlichen Prozessen ab wie in der Haut Neue Chancen nach Schlaganfall? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Schwellungen im Gehirn laufen nach ähnlichen Prozessen ab wie in der Haut

Neue Chancen nach Schlaganfall?

Hirnschwellungen gelten bei Schlaganfällen als häufigste Todesursache. Ein australisches Wissenschaftlerteam hat nun einen möglichen Weg identifiziert, diese Schwellungen zu reduzieren. Sie konnten zeigen, dass Schwellungen des Gehirns nach einem ähnlichen Prozess ablaufen wie Schwellungen in der Haut. Diese Erkenntnis könnte bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen.

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Eine Hirnschwellung, oder auch Hirnödem, ist eine häufig auftretende Komplikation bei Schlaganfällen. Sie entsteht durch Wasseransammlungen im Gehirn, der Druck auf das Gehirn nimmt zu und dessen Durchblutung ab. Dadurch stirbt letztendlich das Hirngewebe ab. Genaue Erkenntnisse über die Mechanismen dieses Prozesses im Gehirn lagen bisher nicht vor. Bei der Haut hingegen wird ein ähnlicher, als neurogene Entzündung bekannter, Prozess von Nervenzellen ausgelöst. Dieser resultiert in einer verstärkten Durchlässigkeit von Blutgefäßen und einer Wasseransammlung im Hautgewebe.

Eine Verbindung, die als Substanz P bekannt ist, hat nachweislich Anteil an Schwellungen in der Haut. Eine Blockierung der Substanz P kann, so Renee Turner von der University of Adelaide, Ödeme im Hautgewebe reduzieren. Bisher war nicht bekannt, dass infolge von Verletzungen neurogene Entzündungen im Gehirn auftreten", erläutert Turner die neuen Erkenntnisse. "Unser Labor konnte nun nachweisen, dass Substanz P während eines Schlaganfalles freigesetzt wird. Wurden Rezeptoren, die Substanz P infolge eines Schlaganfalls freisetzen, blockiert, nahm anschließend die Hirnschwellung ab und die Prognose und Überlebensrate bei Ratten verbesserten sich."

Diese neuen Erkenntnisse eröffnen möglicherweise erste neue Behandlungswege von Hirnschwellungen seit fünfzig Jahren. Sie sollten laut Turner die Überlebenschancen bei einem Schlaganfall erhöhen und das Risiko von Langzeitschädigungen infolge eines Schlaganfalles mindern.

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(idw – Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke- Heinemann, 25.08.2006 – AHE)

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