Flugbahn des 300-Meter Brockens soll Aufschluss über sein Einschlagsrisiko im Jahr 2036 bringen Asteroid Apophis rast heute an der Erde vorbei - scinexx | Das Wissensmagazin
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Flugbahn des 300-Meter Brockens soll Aufschluss über sein Einschlagsrisiko im Jahr 2036 bringen

Asteroid Apophis rast heute an der Erde vorbei

Asteroid Apophis beim Vorbeiflug an der Erde (Illustration) © NASA/ MMCD

Heute Nacht wird der berüchtigte Asteroid Aphophis an der Erde vorbeifliegen – diesmal allerdings noch in rund 15 Millionen Kilometern Entfernung. Im Jahr 2036 aber könnte sich das ändern. Denn dann könnte der knapp 300 Meter große Weltraum-Brocken uns möglicherweise sogar treffen. Für die Astronomen ist der jetzige Vorbeiflug daher eine wichtige Chance, die Bahn des Asteroiden – und damit auch seine mögliche Einschlagsgefahr 2036 durch Radarmessungen und Beobachtungen näher zu erkunden. Die Slooh Space Camera wird seinen Vorbeiflug ab 01:00 Uhr nachts live ins Web übertragen.

Benannt ist der Asteroid nach Apophis, dem ägyptischen Gott der Zerstörung und des Bösen. Und nicht ganz zu unrecht. Denn der im Jahr 2004 entdeckte Himmelskörper gehört immerhin zu den wenigen, die auf der Torino-Skala des Einschlagsrisikos die Studie 4 erreichten. Sie gilt für Objekte, die Trefferwahrscheinlichkeiten von mehr als einem Prozent aufweisen und beim Impakt regional schwere Verwüstungen anrichten würden. Kurz nach seiner Entdeckung hatten Astronomen ausgerechnet, dass Apophis im Jahr 2029 möglicherweise die Erde treffen könnte.

Erst vorbei, dann ein Treffer?

Inzwischen allerdings steht der Asteroid zumindest für das Jahr 2029 wieder auf Stufe 0 – ein Einschlag ist nahezu ausgeschlossen. Klar ist allerdings, dass Apophis am 13. April 2029 der Erde extrem nahe kommen wird: Er könnte in nur 30.000 Kilometern Höhe vorbeirasen – das ist noch unterhalb der Bahn der geostationären Kommunikations- und Navigationssatelliten. Seine genaue Bahn bei diesem Vorbeiflug wiederum entscheidet, ob Apophis im Jahr 2036 dann die Erde erneut knapp verfehlt – oder ob er dann ins Schwarze trifft. Er steht daher unter strengster Beobachtung.

Noch steht Apophis für 2036 auf der Stufe 1 der Torino-Skala. Möglicherweise aber könnte sich dies durch die Beobachtungen der Astronomen in der heutigen Nacht ändern – zum Guten oder Schlechten. Denn die mit verschiedenen Teleskopen durchgeführten Radarmessungen sollen die Flugbahn des Asteroiden weiter präzisieren. Weil der Asteroiden den größten Teil der Zeit von uns aus gesehen hinter der Sonne vorbeizieht, gibt es für die Forscher nur wenige Chancen, einen genaueren Blick auf ihn zu erhaschen. Eine davon gibt es heute Nacht und in den Tagen davor und danach.

Roboter-Teleskop überträgt Vorbeiflug

Wer schon jetzt nähere Bekanntschaft mit Apophis schließen möchte, kann den jetzigen Vorbeiflug live im Internet verfolgen. Die Slooh-Camera, angeschlossen an ein Roboter-Teleskop auf den Kanarischen Inseln, wird die Passage ab Donnerstag früh 01:00 Uhr unserer Zeit live übertragen. Für den Blick mit dem eigenen Fernglas ist der Weltraum-Brocken leider wahrscheinlich zu lichtschwach: Er wird am Punkt seiner nächsten Annäherung nur eine Magnitude von 19,7 besitzen.

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„Von allen erdnahen Asteroiden, die in den letzten Jahren unsere Bahn gekreuzt haben, hat Apophis für die meiste Furore gesorgt“, erklärt Patrick Paolucci, Leiter der Slooh-Initiative. „Denn er wird und 2029 extrem nahe kommen und nach wie vor existiert ein – wenn auch kleines – Einschlagsrisiko für 2036.“

Mehr darüber in unserem Dossier: Apophis: Asteroid auf Erdkurs

(NASA, Slooh, 09.01.2013 – NPO)

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