Karte zeigt menschengemachte Veränderungen der weltweiten Landflächen Wie wir unseren Planeten verändern - scinexx | Das Wissensmagazin
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Karte zeigt menschengemachte Veränderungen der weltweiten Landflächen

Wie wir unseren Planeten verändern

Beispiel Amerika: Wie hat der Mensch hier das Land verändert? © Tomasz Stepinski/ UC

Sichtbarer Wandel: Der Mensch verändert die Erde nachhaltig – wie sehr, haben Forscher nun sichtbar gemacht. Ihre auf Satellitenbildern basierende Karte dokumentiert weltweite Veränderungen in der Landnutzung. Demnach hat unsere Spezies allein im vergangenen Vierteljahrhundert deutliche Spuren auf dem Planeten hinterlassen – von der Rodung großer Waldflächen bis hin zur Vergrößerung von Städten.

Durch seine Existenz hat der Mensch den Planeten Erde nachhaltig verändert: Er rodete Wälder, legte Äcker an, staute Flüsse und baute Häuser. Mit der wachsenden Weltbevölkerung wurden diese Eingriffe im Laufe der Zeit immer umfangreicher. Beispielhaft zeigt sich dies an den zunehmend großen Ausmaßen, die unsere Städte erreichen. Doch die Urbanisierung ist nicht die einzige sichtbare Veränderung der Erde, die auf unser Konto geht.

Wie sehr menschliche Aktivitäten die Landflächen allein im vergangenen Vierteljahrhundert weltweit geprägt haben, zeigt nun eine eindrucksvolle Karte. Für sie haben Wissenschaftler um Tomasz Stepinski von der University of Cincinnati Satellitendaten der European Space Agency (ESA) ausgewertet und graphisch zusammengefasst.

In Afrika zeigt sich unter anderem der Verlust von Grasland in der Sahelzone (rechts). © Tomasz Stepinski/ UC

Weniger Wald

Die Aufnahmen aus dem Zeitraum von 1992 bis 2015 offenbarten deutliche Veränderungen in der Landnutzung: 22 Prozent der bewohnbaren Oberfläche der Erde ist demnach in diesen 24 Jahren messbar verändert worden. Hauptsächlich musste Wald dabei Platz für landwirtschaftliche Nutzflächen machen oder fiel der Holzgewinnung zum Opfer, wie die Forscher berichten.

Daneben zeigten sich jedoch auch andere Entwicklungen. So dokumentiert die Karte beispielsweise die Austrocknung des Aralsees sowie die weitere Ausdehnung der Sahara in Nordafrika. „In dieser Sahel genannten Übergangszone geht aufgrund des Klimawandels immer mehr Grasland verloren – wir beobachten eine zunehmende Desertifikation“, sagt Stepinski.

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Zunehmende Verstädterung

Die auffälligsten Veränderungen finden sich jedoch rund um die Städte. „Der direkte Einfluss menschlicher Aktivitäten zeigt sich in den Urbanisierungsmustern. Zum Beispiel sieht man in Nordamerika und Europa eine steigende Besiedlung des städtischen Umlands, aber auch eine Verdichtung der urbanen Zentren“, sagt Mitautor Jakub Nowosad. Im Westen Chinas offenbart ein Blick auf die Karte eine besonders starke Urbanisierung und die Entstehung wahrer Megacities. In Indien dagegen hat mehr Entwicklung in den kleineren Städten stattgefunden.

„Unsere Ergebnisse sind alarmierend, aber nicht neu“, sagt Nowosad. „Wir kennen das Problem des Waldverlusts oder der zunehmenden Verstädterung, die unter anderem wertvollen fruchtbaren Boden verschlingt. Doch nun können wir zum ersten Mal sehen, wo genau all diese Dinge stattfinden und in welchem Ausmaß.“

Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Karte für den großen Einfluss unserer Spezies auf den Planeten Erde sensibilisieren. „Als Gesellschaft müssen wir besser darüber informiert sein, wie sehr wir die Erde verändern. Dieses Bewusstsein kann künftig die Umweltpolitik beeinflussen“, schließen sie. (International Journal of Applied Earth Observation and Geoinformation, 2018; doi: 10.1016/j.jag.2018.09.013)

(University of Cincinnati, 20.11.2018 – DAL)

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