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Naturkatastrophen: Mehr Geld für bessere Frühwarnsysteme

Deutsche Spitzentechnologie soll Leben der Menschen sicherer machen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung der nächsten Generation von Frühwarnsystemen bei weltweit drohenden Naturkatastrophen. Bundesforschungsministerin Annette Schavan startete in Berlin eine entsprechende Initiative im Rahmen des Programms GEOTECHNOLOGIEN. Dafür stehen in den kommenden vier Jahren insgesamt neun Millionen Euro zur Verfügung.

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„Mit schnellen und zuverlässigen neuen Technologien leistet Deutschland einen wesentlichen Beitrag, um das Leben für Menschen in Europa und in besonders gefährdeten Regionen wie am Indischen Ozean sicherer zu machen.“

Die Schäden aus Naturereignissen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Überflutungen seien in den letzten Jahren immer größer geworden, sagte Schavan weiter. Der Wirbelsturm Katrina habe gezeigt, dass die wirtschaftlichen Folgen mehr und mehr ein globales Ausmaß annehmen. „Zur Rettung von Menschenleben und zur Reduzierung wirtschaftlicher Folgen müssen präzise Frühwarnsysteme weiterentwickelt und möglichst rasch installiert werden“, so die Bundesforschungsministerin.

Schavan sieht in der Katastrophenvorsorge eine entscheidende Aufgabe der neuen Bundesregierung. „Die deutsche Wissenschaft hat weltweit eine Spitzenposition auf dem Gebiet der Prognose von Naturereignissen erreicht. In Indonesien richtet Deutschland derzeit ein Tsunami-Frühwarnsystem mit modernster Technologie ein.“ Bereits im vergangenen Monat seien die ersten GPS-Bojen im Indischen Ozean ausgesetzt worden.

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„Das Zusammenspiel von Grundlagenwissen und Spitzentechnologie soll auch in diesem Zusammenhang gestärkt und weiter ausgebaut werden“, betonte Schavan. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen müssten sich durch gemeinsame Projekte auch in diesem Zusammenhang nachhaltig vernetzen. Darüber hinaus würden Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft unterstützt, so die Bundesforschungsministerin.

70 Milliarden US-Dollar Schaden durch Naturkatastrophen

Der prognostizierte globale volkswirtschaftliche Schaden durch Naturkatastrophen stieg nach Angaben der Münchener Rück zwischen 1970 und 2005 von zehn auf 70 Milliarden US-Dollar an.

Frühwarnungen sind mit modernster Beobachtungs- und Analysetechnik zunehmend auch bei schwersten Naturkatastrophen möglich. Im Fall eines Erdbebens in der Nähe einer der Megacities wie Tokio oder Istanbul könnten wenige Sekunden ausreichen, um Gasleitungen zu sperren, den privaten und öffentlichen Verkehr anzuhalten und Chemieanlagen zu drosseln, um so die meist verheerenden Folgeschäden zu verringern.

(BMBF/GEOTECHNOLOGIEN, 07.12.2005 – DLO)

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