Sauerstoffmangel und wärmeres Wasser beeinträchtigen Wachstum der Meeresbewohner Klimawandel lässt Fische schrumpfen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Sauerstoffmangel und wärmeres Wasser beeinträchtigen Wachstum der Meeresbewohner

Klimawandel lässt Fische schrumpfen

© FWS / Robin West

Die globale Erwärmung behindert auch das Wachstum der Fische: Bis 2050 könnten viele Fischarten nicht mehr ihre volle Größe erreichen, sondern bis zu 25 Prozent kleiner bleiben. Das hat ein internationales Forscherteam anhand einer Computersimulation mit 600 Fischarten herausgefunden. Am stärksten betroffen seien von diesen Veränderungen die Fische der tropischen Meere, aber auch Fische der Nordsee und anderer Meeresgebiete in gemäßigten Regionen. Dieses Ergebnis zeige, dass der Klimawandel sich auch auf den Stoffwechsel von Fischen auswirke und damit weitaus schwerwiegendere Folgen haben könnte als bisher angenommen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“.

„Wir waren überrascht, eine so starke Reduktion in der Größe der Fische zu sehen“, sagt Erstautor William Cheung von der University of British Columbia. Bisher habe man angenommen, dass Meeresfische durch den Klimawandel vor allem ihre Verteilung und Laichzeiten änderten. „Aber der unerwartet große Effekt der Erwärmung auf die Körpergröße deutet darauf hin, dass wir bisher ein großes Puzzleteil in der Reaktion des Ozeans auf das Klima übersehen haben“, so der Forscher.

Fehlender Sauerstoff ist schuld am Schrumpfen

Schuld am Schrumpfen der Fische ist nach Ansicht der Wissenschaftler zum großen Teil der Sauerstoffgehalt des Wassers. Prognosen gehen davon aus, dass das Meerwasser in Zukunft nicht nur wärmer wird, sondern auch weniger Sauerstoff enthält. Für Fische sei dieses Atemgas aber essenziell, um wachsen zu können. „In einem wärmeren und weniger sauerstoffhaltigen Ozean haben es große Fische daher schwerer, sie hören früher auf zu wachsen“, erklärt Mitautor Daniel Pauly von der University of British Columbia. Dieser Effekt sei für rund die Hälfte des im Modell beobachteten Schrumpfens der Fische verantwortlich.

Die restlichen rund zehn Prozent gehen nach Angaben der Forscher darauf zurück, dass die Arten bis 2050 ihre Verbreitungsgebiete verschieben werden. Rund 28 bis 36 Kilometer pro Jahrzehnt werden die Arten weiter in Richtung der Pole wandern, sagen die Wissenschaftler. Da aber typischerweise Fischarten aus tropischen und gemäßigten Regionen kleiner seien als solche aus höheren Breiten, würde auch dies dazu beitragen, dass die Fische in einem Meeresgebiet kleiner würden.

Für ihre Studie hatten die Forscher die für das Wachstum von Fischen nötigen Faktoren in einer Formel erfasst. Zudem berücksichtigen sie auch die jetzige Verteilung der Fischarten. Im Modell veränderten sie dann die Temperatur und den Sauerstoffgehalt so, wie es Klimaprognosen für die verschiedenen Meeresgebiete zwischen 200 und 2050 vorhersagen. Für 610 verschiedenen Fischarten, darunter auch viele wirtschaftliche wichtige, berechneten sie so spezifisch die zukünftigen Veränderungen.(doi:10.1038/NCLIMATE1691)

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(University of British Columbia/ Nature Climate Change, 01.10.2012 – NPO)

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