43.000 Jahre alte Spuren belegen soziales Verhalten der Eiszeitriesen USA: Mammutfährten entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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43.000 Jahre alte Spuren belegen soziales Verhalten der Eiszeitriesen

USA: Mammutfährten entdeckt

43.000 Jahre alte Fußabdrücke - hinterlassen von Präriemammuts © Greg Shine/ Bureau of Land Management

Eiszeitriesen auf der Spur: Forscher haben im US-Bundesstaat Oregon uralte Mammutfährten entdeckt – darunter auch die eines hinkenden Dickhäuters. Die insgesamt 117 Fußabdrücke umfassenden Spuren hat eine Gruppe von Präriemammuts dort vor etwa 43.000 Jahren hinterlassen. Sie offenbaren nun Erstaunliches über das Sozialverhalten der Dickhäuter: Ähnlich wie heutige Elefanten scheinen sich demnach auch Mammuts um verletzte Gruppenmitglieder gekümmert zu haben.

Mammuts gelten als die Symboltiere der letzten Eiszeit. Schließlich waren die Dickhäuter damals die am weitesten verbreiteten Großsäuger auf unserem Planeten. Spezies wie das Wollhaarmammut zogen nicht nur in Scharen durch Alaska und Kanada. Funde belegen, dass die Eiszeitriesen sogar bis in den Süden Spaniens wanderten. Ihre nahen Verwandten, die Präriemammuts (Mammuthus columbi), besiedelten zeitgleich weite Teile Nordamerikas und drangen sogar bis nach Mexiko vor.

Ein hinkendes Tiere

Ein einzigartiger Fund eröffnet nun einen neuen Blick auf diese vor rund 10.000 Jahren ausgestorbenen Mammuts: In Lake County im US-Bundesstaat Oregon sind Forscher um Gregory Retallack von der University of Oregon in Eugene auf Fährten gestoßen, die eine Gruppe von Präriemammuts dort vor 43.000 Jahren hinterlassen hat. Die Spuren umfassen insgesamt 117 einzelne Fußabdrücke – sowohl von erwachsenen als auch von Jungtieren.

Einige dieser Abdrücke fielen den Wissenschaftlern sofort ins Auge. „Diese Spuren lagen sehr dicht beieinander, wobei die rechten tiefer in den Boden eingedrückt waren als die linken. Es sah ganz so aus, als ob ein Mammut gelahmt hätte“, berichtet Retallack. Doch das hinkende Tier war nicht allein: In regelmäßigen Abständen tauchten daneben die Spuren von zwei kleineren Mammuts auf, bei denen es sich offenbar um Jungtiere handelte.

Die Spuren der Mammuts© University of Oregon

Beleg für soziales Verhalten

„Diese Jungtiere scheinen mit dem verletzten Mammut interagiert zu haben und während der Wanderung immer wieder zu ihm zurückgekehrt zu sein“, sagt Retallack. „Wahrscheinlich, weil sie besorgt um das langsame Vorankommen des Herdenmitglieds waren.“ Ein ähnliches soziales Verhalten im Umgang mit verletzten Tieren ist heute etwa von Afrikanischen Elefanten bekannt.

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„Es ist faszinierend, diese Form der Interaktion an den fossilen Spuren ablesen zu können. Fährten verraten uns oftmals mehr über ausgestorbene Kreaturen als Knochen – vor allem, wenn es um das Verhalten der Tiere geht“, schließt Retallack. (Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 2018; doi: 10.1016/j.palaeo.2018.01.037)

(University of Oregon, 13.02.2018 – DAL)

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