Genom von Thermus thermophilus entschlüsselt Hitzeresistente Bakterien für die Waschmittelindustrie - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Genom von Thermus thermophilus entschlüsselt

Hitzeresistente Bakterien für die Waschmittelindustrie

Forscher der Universität Göttingen haben das Genom von Bakterien entziffert, die an sehr hohe Temperaturen angepasst sind. Thermus thermophilus kann noch bei 60 bis 85 Grad Celsius in den heißen Quellen überleben und wachsen. Die Erbgutinformationen der Überlebenskünstler unter den Mikroben, sollen dazu dienen, um beispielsweise hitzestabile Proteine für die Waschmittelindustrie zu entwickeln.

{1l}

„Bakterien der Thermus-Arten enthalten Proteine, die offenbar bei Hitze sehr gut arbeiten und damit besonders stabil sind. Sie sind daher für den Einsatz in der Biotechnologie von hoher Bedeutung“, so Prof. Gottschalk. Aus den vorliegenden genetischen Informationen des Thermus thermophilus können nun weltweit Forscher bestimmte Gene herausfiltern und die darauf basierenden Proteine auf ihre Eigenschaften, insbesondere auf ihre Stabilität hin prüfen.

Nach Angaben von Prof. Gottschalk sind mehrere Proteine aus Thermus-Arten wegen ihrer besonderen Stabilität in der Vergangenheit bereits isoliert und analysiert worden, jedoch mit aufwendigen und kostspieligen Verfahren. „Mit der Entschlüsselung der Genomsequenz haben wir jetzt das Innere des Bakteriums quasi wie ein Buch aufgeschlagen, aus dem die gewünschten Gene wie aus einem Buchkapitel leicht herauskopiert und in Proteine übersetzt werden können. Die Wissenschaft wird sich der Erbgutinformationen vor allem bedienen, um hitzestabile Proteine für die Waschmittelindustrie, für die Stärke- und Lebensmittelindustrie, aber auch für die Forschung zu gewinnen“, so der Göttinger Mikrobiologe.

Wie der Wissenschaftler weiter erläutert, ist der Thermus thermophilus außerdem transformationskompetent: er ist in der Lage, Fremd-DNA aus seiner Umgebung aufzunehmen. „Genomsequenz, Wachstum bei hohen Temperaturen und die Fähigkeit zur DNA-Aufnahme machen dieses Bakterium zu einem attraktiven Modellorganismus für die Erforschung und Herstellung von Proteinen.“

Anzeige

Über die Arbeit der Göttinger Wissenschaftler berichtete „Nature Biotechnology“ in seiner Online-Veröffentlichung am 4. April 2004.

(idw – Georg-August-Universität Göttingen, 06.04.2004 – DLO)

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

Dossiers zum Thema

News des Tages

Wassermoleküle

Wasser: Doch keine zwei Varianten?

Fördert Salz Allergien?

Neptun: Rätsel des "unmöglichen" Mondes gelöst

Bücher zum Thema

keine Buchtipps verknüpft

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige