Mildes Winterwetter bringt eher Regen statt Schnee Geringe Chance auf weiße Weihnachten - scinexx | Das Wissensmagazin
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Mildes Winterwetter bringt eher Regen statt Schnee

Geringe Chance auf weiße Weihnachten

Familienspaß im Schnee? An Weihnachten wird das bei uns wohl eher nicht möglich sein. © Creatas Images/ thinkstock

Grün statt weiß: Die Aussichten für eine weiße Weihnacht stehen auch in diesem Jahr schlecht. Denn nach den aktuellen Prognosen der Meteorologen bleibt es in den nächsten Tagen zu mild für eine Flockenpracht. Stattdessen wechseln sich an den Feiertagen Sonne und Regen ab. Schnee gibt es, wenn überhaupt, nur in den Gipfellagen der Mittelgebirge.

Weihnachten mit einer idyllischen Decke aus weißem Schnee: Diese Wunschvorstellung wird sich für die meisten von uns in diesem Jahr wohl eher nicht erfüllen. Bislang zumindest ist auf deutschen Straßen und Dächern von den ersehnten Flocken noch keine Spur – und knapp eine Woche vor den Feiertagen klingen auch die wissenschaftlichen Vorhersagen von Meteorologen wenig optimistisch.

Damit die Experten von einer weißen Weihnacht sprechen, reichen ein paar vereinzelte Schneeflocken nicht aus: „Das trifft erst dann zu, wenn vom 24. bis 26. Dezember durchgehend eine geschlossene Decke von mindestens einem Zentimeter Schnee liegt“, sagt der Meteorologe Josef Lukas von der Wetter-App Morecast.

Mildes Winterwetter

Dass diese Situation eintrifft, ist der Weihnachtswettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge jedoch in weiten Teilen des Landes unwahrscheinlich: Falls überhaupt Schnee fällt und als weiße Schicht liegenbleibt, dann wohl nur auf den Gipfellagen der Mittelgebirge. Andernorts ist das Wetter schlicht zu mild.

So erwarten die Wissenschaftler für den Heiligabend Höchsttemperaturen von bis zu acht Grad. Dabei ist es zunächst aufgelockert bewölkt und nach Süden hin sogar sonnig, gegen Nachmittag kommt von Nordwesten her aber Regen auf. Für den ersten und zweiten Feiertag sehen die Prognosen ähnlich aus: Am Sonntag scheint vielerorts die Sonne, die Temperaturen nähern sich der zehn Grad-Marke. Am Montag ist es bei ähnlich milden Temperaturen bewölkt und zeitweise regnerisch.

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„Kaltluft-Vorstoß wohl auszuschließen“

Zwar sind die Vorhersagen auch wenige Tage vor dem Fest mit gewissen Unsicherheiten behaftet – dass es in den tiefen Lagen doch noch spontan zu einem Wintereinbruch kommt, halten die Experten trotzdem für unwahrscheinlich: „Ein Vorstoß osteuropäischer Kaltluft ist wohl auszuschließen“, schreibt der DWD.

Tatsächlich gibt es Schnee und Eis begünstigende Wetterlagen an Weihnachten grundsätzlich nur selten. Das Problem: Damit es an den Feiertagen bei uns kalt ist und schneit, müssen über Europa zur richtigen Zeit bestimmte Bedingungen herrschen. Günstig ist es, wenn Kaltluftmassen aus Russland oder dem hohen Norden nach Deutschland einströmen können. Das passiert beispielsweise bei einem Hoch über Russland oder über Schweden. Sie halten dann die mildere, feuchte Luft fern, die normalerweise von Westen her über Europa zieht.

Typisches Weihnachts-Tauwetter

Solche kalten Wetterlagen können auch schon Anfang Dezember einen Kälteeinbruch bringen, im Januar und Februar sorgen sie sogar häufig für klirrende Kälte. Ab Mitte Dezember passiert bei uns aber in der Regel das Gegenteil: Es kommt zum sogenannten Weihnachts-Tauwetter. Dabei bildet sich ein starkes Tiefdruckgebiet über Island, das wärmere Luft nach Europa treibt. Die schneebringenden Kaltluftmassen aus dem Osten können Deutschland dann nicht mehr erreichen.

Weiße Weihnachten in der gesamten Republik sind daher eher die Ausnahme – zuletzt gab es das in Deutschland vor 35 Jahren. Beinahe wäre es im Jahr 2010 wieder einmal soweit gewesen: Weil der Schneefall am Heiligen Abend aber erst tagsüber einsetzte, zählt das Jahr offiziell nicht zu den weißen Weihnachten.

(Deutscher Wetterdienst/ Morecast, 19.12.2016 – DAL)

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