Planet umkreist Roten Zwerg innerhalb der „Zone des Lebens“ Erster „Erd-Zwilling“ im All entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Erster „Erd-Zwilling“ im All entdeckt

Planet umkreist Roten Zwerg innerhalb der „Zone des Lebens“

Stern Gliese 581. © ESO

Astronomen haben erstmals einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, der erdähnlich genug ist, um flüssiges Wasser und damit möglicherweise sogar Leben beherbergen zu können. Die „Super-Erde“ kreist einen Roten Zwerg noch innerhalb der so genannten „bewohnbaren Zone“ oder „Zone des Lebens“.

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Der neu entdeckte Exoplanet ist nur 50 Prozent größer als die Erde und damit der kleinste jemals außerhalb unseres Sonnensystems entdeckte Planet. Er kreist um den roten Zwerg Gliese 581, einen nur rund 20,5 Lichtjahre von Erde entfernten Stern in der Konstellation Waage. Der neue Planet liegt zwar rund 14 mal näher an seinem Zentralstern als die Erde, doch da Gliese 581 nur rund ein Drittel der Masse unserer Sonne besitzt und mindestens 50 mal schwächer leuchtet als diese, liegt der planet damit dennoch in der so genannten bewohnbaren Zone, der Zone, in der flüssiges Wasser existieren kann.

Planet liegt in der „bewohnbaren Zone“

„Rote Zwerge sind die idealen Ziele für die Suche nach Planeten mit geringer Masse und der Möglichkeit flüssigen Wassers“, erklärt Xavier Bonfils, am Projekt beteiligter Astronom der Universität von Lissabon. „Da sie weniger Licht ausstrahlen ist ihre bewohnbare Zone ihnen weitaus näher als bei der Sonne.“

„Wir haben ermittelt, dass die Durchschnittstemperaturen dieser Super-Erde zwischen 0 und 40 Grad Celsius liegen könnten und das Wasser daher auf ihr flüssig sein könnte“, ergänzt Stéphane Udry vom Observatorium in Genf, Hauptautor der Studie. „Zudem beträgt sein Radius nur das Eineinhalbfache der Erde und Modelle prognostizieren, dass der Planet entweder steinig sein muss wie unserer Erde, oder sogar von Ozeanen bedeckt.“

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Flüssiges Wasser, vielleicht sogar Ozeane

„Flüssiges Wasser ist kritisch für Leben, wie wir es kennen“, so Xavier Delfosse, Teammitglied von der Universität von Grenoble in Frankreich. „Wegen seiner Temperatur und relativen nähe zur Erde wäre dieser Planet wahrscheinlich ein sehr wichtiges Ziel für zukünftige Weltraummissionen auf der Suche nach extraterrestrischem Leben, Auf einer Schatzkarte des Universums wäre man versucht, an dieser Stelle ein dickes Kreuz einzuzeichnen.“

Der Zentralstern des neuen „Erd-Zwillings“ ist beileibe kein Unbekannter: Bereits vor zwei Jahren hatte ein Team von Astronomen einen Planeten um Gliese 581 entdeckt. Dieser gleicht mit rund der 15fachen Erdmasse eher dem Planeten Neptun. Inzwischen scheint klar, dass das Planetensystem sogar noch einen weiteren Planeten neben der „Super-Erde“ und dem Neptun-ähnlichen Riesenplaneten umfasst: Beobachtungen weisen auf einen weiteren Himmelskörper der rund achtfachen Erdmassen hin, der den Zentralstern in 84 Tagen umkreist.

Verraten durch winzige Geschwindigkeitsschwankungen

Entdeckt wurden die beiden neuen Planeten mithilfe des HARPS (High Accuracy Radial Velocity for Planetary Searcher)- Instruments am 3,6 Meter Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in La Scilla, Chile. Dieser Spezialspektrograph kann die Geschwindigkeiten von Himmelskörpern mit einer Genauigkeit von weniger als einem Meter pro Sekunde messen, das entspricht gerade einmal 3,6 Kilometern pro Stunde. Die Planeten in ihren Kreisbahnen um einen Stern sind viel zu weit entfernt und zu klein, um direkt beobachtet werden zu können. Aber sie erzeugen durch ihre Anziehungskraft winzige Schwankungen in der Geschwindigkeit des Sterns, die mithilfe von solchen Spektrographen nachgewiesen werden können.

Im Falle der Supererde lagen die Schwankungen von Giese 581 zwischen gerade einmal zwei bis drei Metern pro Sekunde, das entspricht in etwa der Gehgeschwindigkeit eines Menschen in schnellem Schritt. „HARPS ist eine einzigartige Planetensuchmaschine“, erklärt Michel Mayor, Forschungsleiter für den Spektrograph am Genfer Observatorium. „Angesichts der bisherigen Ergebnisse sind wir zuversichtlich, dass auch die Entdeckung eines Planeten von der Masse der Erde innerhalb unserer Reichweite liegt.”

(ESO, 25.04.2007 – NPO)

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