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Riesenstern im Todeskampf

Der Blaue Überriese AG Carinae zwischen Kollaps und Eruption

AG Carinae
Der Blaue Riesenstern AG Carinae und seine ausgeschleuderten Gashüllen. © NASA/ ESA und STScI

Stellarer Kampf ums Überleben: Im Zentrum dieses leuchtenden Gebildes aus glühendem Gas und Staub liegt einer der hellsten und schwersten Sterne unserer Galaxie: AG Carinae. Der Blaue Riesenstern wiegt rund 70 Sonnenmassen und leuchtet heller als eine Million Sonnen. Doch er nähert sich seinem Ende – und die leuchtenden Wolken zeigen seinen Kampf gegen den Kollaps.

Blaue Riesen gehören zu den massereichsten und hellsten Sternen im All, aber ihre Prominenz hat einen hohen Preis: Anders als unsere Sonne, die noch mehrere Milliarden Jahre lang scheinen wird, dauert der Lebenszyklus eines Blauen Riesensterns nur wenige Millionen Jahre. Wenn dann seine Kernfusion soweit nachgelassen hat, dass die immense Schwerkraft seiner äußeren Schichten überwiegt, kollabiert der Stern und explodiert in einer superleuchtstarken Supernova, auch Hypernova genannt.

Eruptionsspuren um AG Carinae

Doch bei AG Carinae, einem rund 20.000 Lichtjahre von uns entfernten Blauen Riesen, ist es noch nicht soweit: Noch kämpft der Stern ums Überleben und schwankt dabei ständig zwischen Explosion und Kollaps. Kurz bevor er durch das Eigengewicht seiner äußeren Schichten zu kollabieren droht, schleudert der Riesenstern einen Teil seiner Gashülle ins All hinaus. Damit erkauft sich der veränderliche Riesenstern wieder eine „Gnadenfrist“ und seine Aktivität lässt nach.

Diese Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops zeigt die leuchtenden Gase rund um AG Carinae im schichtbaren und ultravioletten Licht. Der leuchtende Kranz aus heißen Gasen umfasst rund zehn Sonnenmassen an Material und erstreckt sich rund fünf Lichtjahre rund um den Stern. Diese Wolke entstand beim letzten Ausbruch des Blauen Riesen vor rund 10.000 Jahren.

Vom Sternenwind geformt

Seither hat sich der Stern wieder erholt, verliert aber weiterhin große Mengen an Materie und Strahlung durch seinen starken Sternenwind. Dieser rast mit bis zu einer Million Kilometern pro Stunde in den sich deutlich langsamer ausbreitenden Gasnebel hinein und erzeugt dabei die teils streifenförmigen, teils rundlichen Muster. Im unmittelbaren Umfeld des Sterns hat dieser Sternenwind bereits einen Großteil der leuchtenden Gase nach außen geschoben, so dass dort ein freier Raum entstanden ist.

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Die in dieser Aufnahme rötlich erscheinenden Anteile stammen von glühendem Wasserstoff mit einem geringen Anteil an Stickstoff. Bläulich erscheinen dagegen Staubklumpen, die vom bläulichen Licht des Sterns angestrahlt werden und es reflektieren. Das Foto wurde von der NASA ausgewählt, um den 31. „Geburtstag“ des Hubble-Weltraumteleskops zu feiern. Seit seinem Start am 24. April 1999 hat das Teleskop schon mehr als 48.000 kosmische Objekte anvisiert und unseren Planeten mehr als 181.000-mal umrundet.

Quelle: NASA, Space Telescope Science Institute

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