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Der Energiemix der Zukunft

Sonne, Wind und Effizienz

Langfristig muss sich auch Deutschland von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle verabschieden. Doch da neue Technologien beispielsweise die Förderung nichtkonventionellen Erdöls in Zukunft technisch möglich und auch finanzierbar machen werden, wird sich der Ausstieg aus den fossilen Technologie sicher noch weiter verzögern als man noch vor zehn Jahren dachte. Auch unabhängig von Öl und Gas fällt der Abschied von „traditionellen“ Energieträgern schwer.

Kohle

Magnetfeld und THEMIS-Satelliten © NASA

Bisher ist Kohle noch zu etwa 24 Prozent am Primärenergieverbrauch Deutschlands beteiligt. Allerdings ist Kohle aufgrund der massiven CO2-Emissionen einer der klimaschädlichsten Energieträger überhaupt. Zwar wird nach neuen Technologien geforscht, die es bald ermöglichen sollen, das Kohlendioxid, das beim Verbrennen in den Kraftwerken entsteht, sicher abzuscheiden. Entsprechende Technologien sind jedoch noch nicht ausgereift

Ob ein ursprünglich von der Bundesregierung angedachter Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2018 realistisch ist, bleibt weiterhin fraglich. Er ist indirekt auch an den Ausstieg aus der Atomenergie gekoppelt.

Atomkraft

Atomkraftwerke erzeugen in Deutschland immerhin noch rund zwölf Prozent der insgesamt benötigten Energie. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist in Deutschland beschlossene Sache und soll bis 2021 erfolgen. Angesichts der Diskussionen um die Import-Abhängigkeit bei fossilen Energieträgern oder der von der Deutschen Energieagentur Dena benannten Versorgungslücke erlebt die Atomkraft immer wieder eine Renaissance. Vor allem seitens der Energieversorger Deutschlands versucht man weiterhin, den Ausstieg weiter aufzuschieben.

Der geplante Ausstieg aus der Atomkraft erzeugt auch ein klimatisches Problem: Mit welcher Energieform soll nämlich die wegfallende Atomenergie kompensiert werden? Derzeit sieht es so aus, dass Kohlekraftwerke die Aufgabe der Atomkraftwerke übernehmen werden. In den nächsten Jahren ist in Deutschland der Bau von 27 neuen Kohlekraftwerken geplant, drei Braunkohle- und 23 Steinkohle-Kraftwerke, eine Anlage verwendet sowohl Braun- und Steinkohle. Der Verzicht auf Kohle als Energieträger bis zum Jahr 2018 wird damit natürlich obsolet.

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Die geplanten Kohle-Kraftwerke sollen insgesamt eine Leistung von mindestens 2.6260 Megawatt haben und werden zusammen jährlich mehr als 157 Millionen Tonnen CO2 emittieren. Würde man den CO2-Ausstoß durch eine Aufforstung in der Sahara ausgleichen wollen, so müsste dort eine Waldfläche etwa in der Größe der Bundesrepublik Deutschland angelegt werden.

Erneuerbare Energien

Offshore-Windpark © DOE/NREL

Laut dem Bundesministerium für Umwelt soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch der Bundesrepublik bis zum Jahr 2020 mindestens 30 Prozent betragen und im Jahr 2030 bereits rund die Hälfte. Den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch will man bis zum Jahr 2020 auf 14 Prozent steigern, also in etwa das Doppelte wie heute Langfristig, bis Mitte dieses Jahrhunderts, soll rund die Hälfte der deutschen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bestritten werden.

Auch die Energieeffizienz will Deutschland steigern, allein die Energieproduktivität will man im Vergleich zu 1990 bis zum Jahr 2020 verdoppeln.

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Stand: 20.03.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Geht uns der Strom aus?
Gazprom, Pipelines und die deutsche Energieversorgung

Beben in der Nachbarschaft
Russland und Ukraine im Erdgasstreit

Machtpoker am Gashahn
Wie verlässlich ist Russland?

Stabiler Energiemix
Wie verwundbar ist Deutschland?

Deutschland im Netz
„Energiedrehscheibe“ in Europa

Neue Pipeline-Projekte
North Stream und South Stream

Nabucco und der Kaspische Raum
Direktzugriff an Russland vorbei

Ein neues „Great Game“?
Wettlauf um Energie in Zentralasien

Wie lange noch?
Fossile Energieträger weltweit

Deutschland und die Stromlücke
Künftig zu viel oder zu wenig Energie?

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