Gezielte Abwehr - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Mit Antibiotika und Hormonen gegen Schädlinge

Gezielte Abwehr

Schädlingslarve an Baumwollblatt © USDA

Es ist aber nicht in jedem Fall gleichgültig, ob Schädlinge oder Ozon für Stress sorgen. Denn es gibt auch spezifische Abwehrmechanismen. So fanden Forscher aus Florida heraus, dass Baumwollpflanzen nur nach Raupenbefall so genannte Sesquiterpene abgeben. Auslöser für diese Reaktion ist eine Substanz aus dem Speichel der gefräßigen Larven. Rein mechanische Verletzungen lösten diese Reaktionen nicht aus. Viele Abwehrsubstanzen haben antibiotische Wirkung. Sie werden speziell nach einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen gebildet.

Blattläuse auf einem Kiefernzweig © USDA

Eine besonders raffinierte Abwehrstrategie gegen Blattläuse haben Kiefern entwickelt. „Sie bilden einen Stoff, der als Juvenilhormon wirkt, das heißt, er verhindert, dass die Larven der Blattläuse erwachsen und geschlechtsreif werden“, erläutert Jürgen Wildt. Er konnte so einen Kampf zwischen Nadelbaum und Schadinsekten in einer Pflanzenkammer aus nächster Nähe verfolgen: „Die Kiefer war massiv mit Blattläusen befallen. Doch sie bildete große Mengen des Hormons und hat den Kampf schließlich gewonnen. Am Ende lagen Massen von Blattlauslarven am Boden.“

Doch so eine eindeutige Funktion ist längst nicht für jede der vielen Substanzen bekannt, die gestresste Pflanzen verströmen. Dass sie „einfach so“, ohne jeden Nutzen für die Pflanze entstehen, halten Jürgen Wildt und Ingar Janzik für höchst unwahrscheinlich. „Dafür investiert die Pflanze zu viel“, meinen beide.

Und so bleiben sie den Geheimnissen des Grünzeugs auf der Spur, indem sie einerseits die Nachrichten im Inneren der Pflanzen abfangen und andererseits die Signale abhören, die Gräser und Bäume, Sträucher und Kräuter mit ihrer Umgebung austauschen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. weiter


Stand: 04.11.2002

Anzeige

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Pflanzen unter Stress
Abwehrstrategien gegen Mensch, Mikrobe und Chemie

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Angewachsen, aber nicht wehrlos
Wie ändert sich das Pflanzenverhalten unter Stress?

Abwehrprogramm auf dem Acker
Wasserstoffperoxid als Überlebenshilfe

Aspirin für Pflanzen?
Alternative zur Schädlingsbekämpfung mit "grüner Gentechnik"

Umwelt voll unter Kontrolle
Pflanzenkammern erlauben gezielte Einzeltests

Selbstmord bei hohen Ozonwerten
Unterschiedliche Risikogruppen auch in der Pflanzenwelt

Gezielte Abwehr
Mit Antibiotika und Hormonen gegen Schädlinge

Sommersmog durch Pflanzen?
Pflanzliche VOCs als "Anheizer" für Ozonbildung

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

keine Dossiers verknüpft
Anzeige
Anzeige