Ein ungleiches Paar - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Ein ungleiches Paar

Die Grundel als Alarmanlage

Wer kennt sie nicht aus Jaques Costeau – Reportagen, die am frühen Nachmittag in den dritten Programmen im Fernsehen wiederholt werden: Den Krebs und die Grundel, eines der wohl bekanntesten Symbiosepärchen.

Der Krebs und die Grundel

Auf den ersten Blick scheint die Beziehung der beiden nicht sehr gerecht zu sein. Der Krebs der Gattung Alpheus gräbt fleißig den ganzen Tag an einer Wohnröhre. Sand und Steinchen werden mit den Scheren umgeschichtet und vor dem Eingang der Höhle aufgeschüttet. Der Fisch (Gattung: Cryptocentrus) dagegen scheint nichts zu tun, außer die Wohnröhre des Krebses bei Bedarf mitzubenutzen.

Dieser Eindruck täuscht natürlich. Auch hier profitieren, wie bei jeder echten Symbiose, beide Partner von der Beziehung. Der Vorteil der Grundel ist offensichtlich. Bei drohender Gefahr kann sie sich in der vom Krebs gebauten Höhle in Sicherheit bringen. Zudem benutzt der Fisch oft den vom Krebs aufgeschütteten „Aussichtshügel“ vor dem Eingang der Behausung als Beobachtungsstandpunkt.

Antennen auf Grundel

Aber auch der altruistisch anmutende Krebs geht nicht leer aus. Im Gegensatz zu anderen Krebsen befinden sich die Augen der Alpheidae nicht auf beweglichen Stielen, so dass die Sehfähigkeit der Tiere stark eingeschränkt ist. Daher hält der nahezu blinde Krebs mit den Antennen ständig Kontakt zum Symbiosepartner. Er verlässt die Wohnhöhle mit vorgestreckten Antennen. Sobald diese die Schwanzflosse der vor der Höhle postierten Grundel berühren, antwortet der Fisch mit rhythmischen Schwanzschlägen. Keine Gefahr im Verzug. Der Krebs kann die Wohnröhre getrost verlassen, hält aber außerhalb der Höhle stets mit einer der langen Antennen Kontakt zu dem wachenden Fisch.

Die Grundel wird bei nahender Gefahr nervös und zuckt mit After- und Rückenflossen. Diese Signale oder aber einen Abbruch der Kommunikation zum Fisch veranlassen den Krebs zum sofortigen Rückzug in die schützende Höhle. Ist die Gefahr akut, flüchtet auch der Fisch mit in die vom Krebs angelegte Wohnröhre. Nach Abklingen der Gefahr verlässt zuerst die Grundel die Höhle wieder, um das Terrain erneut abzusichern.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. 13
  28. |
  29. 14
  30. |
  31. 15
  32. |
  33. 16
  34. |
  35. 17
  36. |
  37. 18
  38. |
  39. weiter


Stand: 22.04.2000

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Symbiosen
Eine Hand wäscht die andere

Miteinander - Gegeneinander
Interaktionen verschiedener Arten

Wichtiger als man denkt
Symbiotische Beziehungen sind mehr als Lehrbuchbeispiele

Raus aus der Ursuppe
Endosymbiose stand am Anfang höheren Lebens

Biene Maja und Co.
Auch bei der Bestäubung profitieren beide Partner

Höher als das Empire State Building
Riffwachstum mithilfe von Symbionten

Evolution
Kein Fortschritt ohne Symbiose

Ameisen als Gärtner
Pilzkulturen unter der Erde

Algen als Sklaven von Pilzen?
Flechten - immer als erste da

Freispruch für die Termiten
Eine Symbiose mit drei Partnern

Ein ungleiches Paar
Die Grundel als Alarmanlage

Mitfahrgelegenheit gegen Schutz
Eine Abmachung zwischen Einsiedlerkrebsen und Anemonen

Wie eine Festung verteidigt
Von Ameisen die auf Akazien leben

Bakterien überall
Ohne Bakterien geht es nicht

Pflanzenfressen will gelernt sein
Was Kühe und Koalas gemeinsam haben

Wie im Paradies
Bakterien als Symbionten des Menschen

Licht an
Leuchtkraft dank Bakterien

Nahrungsergänzung bei Leguminosen
Stickstoff-Fixierung in den Wurzelknöllchen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige