Bakterien überall - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Bakterien überall

Ohne Bakterien geht es nicht

Auf dem passenden Nährmedium vermehren sich Bakterien zu sichtbaren Kolonien. © Stefan Walkowski / CC-by-sa-4.0

Hätte die gesamte Erdgeschichte an einem einzigen Tag mit 24 Stunden stattgefunden, so wären die ersten Bakterien bereits um 4:00 Uhr morgens entstanden. Gerade mal vier Stunden nach der Entstehung unseres Planeten. Die ersten Eukaryonten, aus denen später einmal alle vielzelligen Lebewesen entstehen sollten, tauchen dagegen erst am späten Nachmittag so gegen 16:00 Uhr auf. Den Menschen gibt es noch nicht einmal seit zwei Sekunden, aber die Bakterien herrschten ganze zwölf Stunden lang völlig alleine auf diesem Planeten.

Bakterien – die heimlichen Herrscher

Und im Grunde beherrschen sie ihn auch heute noch. Allein in unserem Mund oder in einer Handvoll Erde gibt es mehr Bakterien, als jemals Menschen gelebt haben. Bakterien sind sehr widerstandsfähig. Als Sporen können sie mehrstündiges Kochen oder Tiefkühlung ohne Schaden überstehen oder lange Zeiträume problemlos überdauern. So wurden nahe der sibirischen Stadt Irkutsk lebende Bakterien gefunden, deren Alter durch radioaktive Messungen auf 500 Millionen Jahre datiert wurde. Ob Antarktis oder Tiefsee, es gibt keinen belebten Raum, an dem es nicht auch Bakterien gibt.

Bakterien vermehren sich extrem schnell, bei günstigen Bedingungen teilen sie sich alle 20 – 30 Minuten. Bei ungehemmtem Wachstum könnten demnach innerhalb von wenigen Tagen so viele Bakterien entstehen, dass die ganze Erde von einer 30 Zentimeter hohen Schicht bedeckt wäre. Unter natürlichen Bedingungen aber wird diesem exponentiellen Wachstum durch Platz- oder Nährstoffmangel und durch Anreicherung toxischer Stoffwechselprodukte vorzeitig ein Ende gesetzt.

Wen wundert es da noch, dass auch in einem Großteil aller symbiotischen Beziehungen Bakterien als Symbiosepartner fungieren. Ein Leben in der Form, wie es heute auf der Erde existiert, wäre ohne Symbiosen zu Bakterien kaum denkbar. Nicht nur, dass sie bestimmten Pflanzen zu einer gesteigerten Stickstoff-Aufnahme verhelfen oder im Darm eines jeden Tieres wichtige Aufgaben bei der Verdauung leisten – ohne Bakterien als Endosymbionten in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers, in jeder einzelnen Zelle jedes Lebewesens, das kein Bakterium ist, gäbe es uns noch nicht einmal.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. 13
  28. |
  29. 14
  30. |
  31. 15
  32. |
  33. 16
  34. |
  35. 17
  36. |
  37. 18
  38. |
  39. weiter


Stand: 22.04.2000

Anzeige

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Symbiosen
Eine Hand wäscht die andere

Miteinander - Gegeneinander
Interaktionen verschiedener Arten

Wichtiger als man denkt
Symbiotische Beziehungen sind mehr als Lehrbuchbeispiele

Raus aus der Ursuppe
Endosymbiose stand am Anfang höheren Lebens

Biene Maja und Co.
Auch bei der Bestäubung profitieren beide Partner

Höher als das Empire State Building
Riffwachstum mithilfe von Symbionten

Evolution
Kein Fortschritt ohne Symbiose

Ameisen als Gärtner
Pilzkulturen unter der Erde

Algen als Sklaven von Pilzen?
Flechten - immer als erste da

Freispruch für die Termiten
Eine Symbiose mit drei Partnern

Ein ungleiches Paar
Die Grundel als Alarmanlage

Mitfahrgelegenheit gegen Schutz
Eine Abmachung zwischen Einsiedlerkrebsen und Anemonen

Wie eine Festung verteidigt
Von Ameisen die auf Akazien leben

Bakterien überall
Ohne Bakterien geht es nicht

Pflanzenfressen will gelernt sein
Was Kühe und Koalas gemeinsam haben

Wie im Paradies
Bakterien als Symbionten des Menschen

Licht an
Leuchtkraft dank Bakterien

Nahrungsergänzung bei Leguminosen
Stickstoff-Fixierung in den Wurzelknöllchen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige