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Der Atem des Vulkanismus

Vom unterirdischen Feuer geprägt

Das Grenzgebiet von Bayern und Tschechien hat auch eine feurige Vergangenheit. Denn als die Plattentektonik hier den Untergrund zum Brechen brachte, riss sie auch einen gewaltigen Graben in die Erdkruste. Der Eger-Rift zieht sich von der tschechisch-polnischen Grenze im Nordosten bis in
die nördliche Frankenalb im Südwesten.

Parkstein
Basaltkegel am Parkstein. © Ulflulfl/ CC-by-sa 3.0

Basaltkegel und Burgruine

In den letzten 35 Millionen Jahren quoll in diesem Grabenbruch immer wieder Magma aus der Tiefe nach oben und ließ Vulkane entstehen. Noch bis vor rund 100.000 Jahren brachen diese Feuerberge aus. Neben Lavaablagerungen zeugen viele markante Basaltkegel von diesen Eruptionen. Sie sind die Schlote alter Vulkane, die im Laufe der Zeit von der Erosion freigelegt wurden. Viele dieser Hochaufragenden Landmarken waren einst Sitz prächtiger Burgen.

Eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür ist der Hohe Parkstein in der Oberpfalz – ein Nationales Geotop und eines der schönsten Geotope Bayerns. Dieser von einer Burgruine gekrönte Basaltkegel ist nicht nur weithin sichtbar, an seiner Kuppe kann man auch eine 38 Meter hohe Wand aus eckigen Basaltsäulen bestaunen. Sie bildeten sich, als die Lava nach der Eruption vor rund 24 Millionen Jahren langsam erstarrte. Wie dieser Vulkanausbruch damals ablief, lässt sich im Museum „Vulkanerlebnis Parkstein“ am Fuß des Berges hautnah miterleben.

der "Sprudel" von Karlsbad
Keine künstlicher Springbrunnen, sondern eine natürliche Fontäne: der "Sprudel" von Karlsbad. © Effenberger/ CC-by-sa 3.0

Heißes Wasser für die Bäder

Auch wenn es heute keine lavaspeienden Eruptionen mehr gibt – im Untergrund ist der Vulkanismus noch aktiv. Sein „Atem“ ist es, der die vielen Heil- und Thermalquellen dieser Region speist und aufheizt. Vor allem im böhmischen Bäderdreieck Franzensbad- Karlsbad – Marienbad dringt vulkanisches Kohlendioxid aus der Tiefe und macht das an den Quellen austretende Grundwasser warm und mineralienreich.

Je nach geologischen Bedingungen unterscheiden sich die Thermalquellen dabei in Geschmack, Mineraliengehalt und Temperatur. Das salzigste Wasser tritt in der Glauber IV-Quelle in Franzensbad aus, das heißeste dagegen am Karlsbader Sprudel: Diese elf Meter hohe pulsierende Fontäne ist 72 Grad heiß. Ihre ungewöhnlich hohen Temperaturen verdanken die Karlsbader Quellen dem Umstand, dass das Wasser aus mehr als 2.000 Metern Tiefe des Eger-Rifts aufsteigt.

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Und ganz zur Ruhe gekommen ist die Erde unter dem Bayrischen Wald und Böhmens Bädern bis heute nicht: Das Gebiet ist eines der seismischen aktivsten in Mitteleuropa, immer wieder erschüttern Beben die Erde.

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Silber, Gold und tiefe Glut
Die reichen Schätze des Geoparks Bayern-Böhmen

Weißes Gold
Im Zentrum der europäischen Porzellanherstellung

Die große Karambolage
Von der Plattentektonik geprägt

Der Atem des Vulkanismus
Vom unterirdischen Feuer geprägt

Metallene Schätze
Goldrausch und Silberboom

Vorstoß in die Tiefe
Die senkrechteste Tiefbohrung der Erde

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