Das grüne Band der Nordhalbkugel - scinexx | Das Wissensmagazin
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Das grüne Band der Nordhalbkugel

Die Taiga

Die Nordhalbkugel © Boreal Forest Network

Von den Gebirgen Alaskas bis zur nordamerikanischen Atlantikküste, von Skandinavien bis zum Pazifik – die Taiga überzieht die Nordhalbkugel mit einem gewaltigen grünen Band. 1,2 Milliarden Hektar groß ist dieser Gürtel „borealen Nadelwaldes der kalt-gemäßigten Klimazone“, wie er in der Fachsprache genannt wird (boreal = nördlich). Er bedeckt zwischen 50° und 70° Nord rund 13 Prozent des Festlandes der Erde.

Waldland…

Hört man den Namen Taiga, fallen einem spontan meist die riesigen Waldgebiete in Sibirien ein. Und das hat durchaus seine Berechtigung, denn dort erreicht die Taiga mit rund 2.000 Kilometern ihre größte Nord-Süd-Ausdehnung und umfasst allein rund 5,5 Millionen Quadratkilometer Fläche. Das Wort Taiga stammt aus der jakutischen Sprache und bedeutet so viel wie „Waldland“. Es wurde ursprünglich nur für Sibirien verwendet, mittlerweile rechnet man aber auch den borealen Nadelwald in Europa und Nordamerika dazu.

Damit die Nadelwälder überleben können, benötigen sie bestimmte Umweltbedingungen. Vor allem müssen an mindestens 30 bis 120 Tagen im Jahr Temperaturen von 10° C oder mehr erreicht werden. Ist dies nicht der Fall weicht die Taiga im Norden der baumlosen, artenarmen Kältesteppe oder Tundra.

Auf der Südhalbkugel gibt es nichts, was der Taiga vergleichbar wäre. Denn dort fehlen die notwendigen riesigen Landmassen, die für das typische winterkalte Klima sorgen könnten.

Taiga gleich grün?

Wer Taiga mit „grün“ gleichsetzt, der wird bei einem Besuch schnell enttäuscht. Vor allem im Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze verwandeln sich große Teile der Taiga in eine Wasserwelt. Verantwortlich dafür ist das Hochwasser der Flüsse und der tief gefrorene Boden, der meist nur oberflächlich auftaut und ein Versickern des Wassers verhindert. Im Sommer wird die Taiga dann immer wieder auch zu einer Flammenhölle, bei der durch Blitzschlag oder andere Ursachen große Teile des Waldes in Flammen gesetzt werden. Im acht Monate oder länger dauernden Winter schließlich entwickelt sie sich zur klirrend-kalten Eis- und Schneewüste.

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Rentier © UNEP, Aztech

Obwohl die Taiga heute teilweise immer noch unberührt und deshalb ein Rückzugsgebiet für Tiere wie Elch, Wolf oder Rentier ist, hat sie mittlerweile auch mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Massiver Holzeinschlag, aber auch Umweltverschmutzung durch den Betrieb von Minen und Industriebetrieben oder die Erdölförderung haben dazugeführt, dass große Teile des borealen Nadelwaldes mittlerweile in ihrer Existenz bedroht sind.

Und auch der Klimawandel macht vor der Taiga nicht halt. Als Folge der globalen Erwärmung scheint aus einer der wichtigsten grünen Lungen der Erde in Zukunft eine Region zu werden, die gewaltige Mengen an CO2 in die Atmosphäre pustet und so den Treibhauseffekt noch weiter anheizt…

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Stand: 20.06.2003

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die Taiga
Vom Naturparadies zum Krisengebiet?

Facts
Das Wichtigste in Kürze

Das grüne Band der Nordhalbkugel
Die Taiga

Taiga ist nicht gleich Taiga
Gigantisches Puzzle aus zahlreichen Einzelbausteinen

Molekulare Kneippkur oder Winterstarre?
Überlebensstrategien von Tieren und Pflanzen

Triumph der Feuchtgebiete
Taigamoore als Kohlenstoffspeicher

Artensterben und Versumpfung
Klimawandel bedroht die Taiga

Showdown für den König der Taiga?
Tigerhatz in Ostsibirien

Flammenhölle Taiga
Steigt die Waldbrandgefahr?

Papier aus der Taiga
Gefahr durch Holzeinschlag

Risikofaktor Bodenschätze
Fördertürme und Minen bedrohen borealen Nadelwald

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