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Alles nur Fälschung?

Die seltsamen Theorien der „Skeptiker“

Die Mondlandung ist bis heute eine der bahnbrechendsten und erfolgreichsten Errungenschaften in der Geschichte der bemannten Raumfahrt – und doch wird gerade sie in den letzten Jahren immer häufiger in Zweifel gezogen.

Neil Armstrong und Buzz Aldrin beim Training für die Mondlandung - in einer nachgebauten Kulisse. © NASA

Eine „Dokumentation“ und ihre Folgen

Auslöser und gleichzeitig Höhepunkt der von einigen „Skeptikern“ lancierten Kampagne war die am 15. Februar 2001 von dem amerikanischen Fernsehsender Fox-TV ausgestrahlte Sendung „Conspiracy Theory: Did we land on the moon?“. In ihr versuchen selbsternannte Experten anhand von vermeintlichen Fehlern und Indizien in NASA-Bildern und Interviews zu belegen, dass die Mondlandung nicht stattgefunden haben kann und alle Aufnahmen und Medienberichte folglich eine Fälschung sind.

Nach Ansicht der Programmmacher hatte die NASA in den 1960er Jahren schlichtweg nicht die technischen Fähigkeiten, um eine solche Landung überhaupt zu realisieren. Um den „Wettlauf zum Mond“ dennoch zu gewinnen, wurde daher das Ganze einfach inszeniert – passende Kulissen gab es in Hollywood ja genügend.

Gegenbeweise gibt es reichlich

Schon vor Ausstrahlung der Sendung nahmen die NASA und auch unabhängige Astronomen zu den Vorwürfen Stellung und entkräfteten die vermeintlichen „Beweise“ nachdrücklich und eindeutig. Die meisten Argumente der Skeptiker beruhten schlichtweg auf schlechter Recherche oder mangelnder Kenntnis der physikalischen Gegebenheiten der Mondoberfläche.

Blick vom Kommandomodul auf die gerade abgetrennte Landefähre Eagle © NASA/KSC

So behauptete Bill Kayserling, einer der wortreichsten Verfechter einer Mondlandeverschwörung, NASA-Wissenschaftler hätten die Chancen für eine erfolgreiche Mondlandung im Vorfeld auf nur 0,017 Prozent beziffert – und ein tatsächliche Durchführung des Projektes sei daher unwahrscheinlich. Tatsache ist jedoch, dass diese Werte zwar möglicherweise in der Frühzeit des Apollo-Programms kursierten, mehrere Mitte der 1960er Jahre erstellte Studien jedoch eine Erfolgswahrscheinlichkeit von mindestens 90 Prozent prognostizierten. Eine Tatsache, die Kayserling natürlich nicht publik macht…

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Langlebig und hartnäckig

Doch dem Erfolg der „Verschwörungstheorie“ tat dies keinen Abbruch: Trotz offenkundiger Absurdität ihrer Argumente schafften es die „Skeptiker“, zumindestens einen Teil vor allem der amerikanischen Öffentlichkeit zu verunsichern. Insbesondere in den USA entstanden immer mehr Bücher und Websites zum „Moon Hoax“ und das Thema blieb präsent.

Klarer Beweis: Das Unterteils der Apollo 11-Landefähre steht noch immer auf der Mondoberfläche. Aufgenommen wurde dies 2009 von der Raumsonde Lunar Reconnaissance orbiter. © NASA

Und auch in Deutschland sorgte ausgerechnet das eigentlich als seriös geltende Spiegel-TV für die Verbreitung dieser längst als hanebüchen entlarvten Thesen. Das Medienunternehmen übernahm die „Dokumentation“ von Fox und strahlte sie mehrfach auf XXP und Vox aus – unverändert und unkommentiert.

In den USA landete die Angelegenheit schließlich sogar vor Gericht: Bill Kayserling beschuldigte die NASA sogar, den Unfall der Apollo 1 vorsätzlich verursacht zu haben, um unbequeme Zweifler im eigenen Lager zu beseitigen. Empört über diese widersinnigen Vorwürfe nannte Jim Lovell, der Kommandant der Apollo 13 Mission, Kayserling einen Verrückten – und wurde prompt von diesem wegen übler Nachrede verklagt. Nach erster Beweisaufnahme lehnte der zuständige Richter es jedoch ab, den Fall zu verhandeln…

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Nadja Podbregar
Stand: 16.07.2013

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die große Mond-Verschwörung
Die Skeptiker und die Gegenargumente

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