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Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Neue Hemmstoffe gegen Krebs

Das Neuroblastom ist eine bösartige Krebserkrankung, die vor allem Kleinkinder trifft. Würzburger Wissenschaftler stellen im Fachblatt „Cancer Cell“ jetzt neue Hemmstoffe vor, die das Wachstum dieser Tumore aufhalten können.

Neuroblastome sind eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern, die noch nicht älter als ein Jahr sind. Sie entstehen, wenn bestimme Nervenzellen entarten und – meist im Bauch der Kinder – größere Geschwulste bilden. Pro Jahr werden in Deutschland rund 130 Fälle diagnostiziert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tumorarten kann es bei Neuroblastomen zu spontanen Selbstheilungen kommen. Bei den meisten Patienten lässt sich diese Krebsart auch gut mit herkömmlichen Therapeutika behandeln. Bei 20 Prozent der Fälle allerdings sind die Heilungs- und Überlebenschancen schlecht. Der Grund: Die Tumoren bilden Metastasen, die kaum auf die üblichen Arzneimittel ansprechen.

Warum der Tumor aggressiv wird

„Der wichtigste Faktor für eine schlechte Prognose ist eine Vervielfachung des MYCN-Gens“, sagt Professor Martin Eilers vom Biozentrum der Universität Würzburg. Dadurch komme es zu einer erhöhten Produktion des MYCN-Proteins, und dieses werde für das aggressive Wachstum und die Therapieresistenz der Tumore verantwortlich gemacht.

Das MYCN-Protein regt das Zellwachstum an. In normalen Zellen kann es nur für einen kurzen Augenblick wirken, weil es sehr schnell wieder abgebaut wird. Anders liegen die Dinge in Neuroblastomen: Dort ist das Protein vor dem schnellen Abbau geschützt, denn es ist an ein Partnerprotein (Aurora-A) gebunden. Das hat die Arbeitsgruppe von Martin Eilers 2009 gezeigt.

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Wie die neuen Hemmstoffe wirken

Nun ist der Würzburger Forschungsgruppe mit einem internationalen Team ein weiterer Fortschritt gelungen: Sie haben neue Hemmstoffe identifiziert, die den Komplex zwischen Aurora-A und MYCN aufbrechen können. Werden aggressive Neuroblastome damit behandelt, stellen sie ihr Wachstum ein. Das haben zumindest Versuche am Mausmodell ergeben.

„Das zeigt uns möglicherweise einen Weg, um neue und bessere Wirkstoffe gegen diesen aggressiven Tumor zu entwickeln“, so Eilers. Andere, bereits seit längerem bekannte Hemmstoffe gegen das Protein Aurora-A werden dem Professor zufolge in den USA bereits in ersten klinischen Studien erprobt.

Die Hemmstoffe gegen Aurora-A sind zudem für die Therapie anderer Krebsarten interessant: Auch in besonders aggressiven Prostata-Karzinomen liegt die unheilvolle Verbindung aus Aurora-A und dem MYCN-Protein vor.

(Cancer Cell, 2013, doi: 10.1016/j.ccr.2013.05.005)

(Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 27.06.2013 – KSA)

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