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Dienstag, 25.07.2017
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Kosmische Vororte sind fruchtbarer

Weltraumteleskop enthüllt kosmische Landflucht und starke Sternenbildung in Außengalaxien

Galaxien, die außerhalb der großen „Ballungsräume“ des Weltalls liegen, produzieren sehr viel mehr neue Sterne als ihre Gegenparts in den Galaxienclustern. Das enthüllen neue Daten des Spitzer-Weltraumteleskops. Zudem bestätigen sie erstmals die Vermutung der Astronomen, dass auch im All eine „Landflucht“ im Gange ist.
Galaxien wandern in den Cluster Abell 1763

Galaxien wandern in den Cluster Abell 1763

In der unendlichen Weite des Kosmos bilden auch die Galaxien „Ballungsräume“: Viele von ihnen liegen in ausgedehnten, dicht mit Sternen und Galaxien bevölkerten Regionen des Weltraums, den so genannten Galaxienclustern. Tausende von Einzelgalaxien tummeln sich hier auf relativ engem Raum. Die Cluster wiederum sind, ähnlich wie die Großstädte auf der Erde, untereinander durch ein Netz von staub- und gasreichen „Autobahnen“, den Filamenten, verbunden.

Zuwachs für kosmische Ballungsräume


Doch abseits der kosmischen Ballungsräume existieren auch kleinere galaktische Gemeinschaften, quasi als „Vororte“ der Galaxiencluster. Oft liegen diese entlang der Filamente aufgereiht. Schon seit längerem haben Astronomen deshalb den Verdacht, dass auch im Weltall eine Art Landflucht stattfindet. Sie vermuten, dass sich die Vorort-Galaxien im Laufe der Zeit entlang der kosmischen „Autobahnen“ in die Cluster hineinbewegen.

Bisher bestand die Schwierigkeit in der Erkundung der Filamente und Cluster darin, diese riesigen Strukturen einerseits in Gänze zu erfasse, andererseits aber auch die feinen Details dabei aufzulösen. Jetzt ist den Astronomen mithilfe des Spitzer-Weltraumteleskops der NASA und einem Teleskop des Kitt Peak National Observatoriums nahe Tucson in Arizona dieser Spagat gelungen. Sie erhaschten zum ersten Mal einen Infrarotblick auf einige Galaxien, die tatsächlich entlang zweier Filamente in den Galaxiencluster Abell 1763 wandern.


Vorort-Galaxien sind fruchtbarer


Mithilfe der Infrarotkamera an Bord des Spitzer-Teleskops kartierten sie die Position und Rate der Sternenbildung in den Galaxien des Clusters und der Außenregionen. Dabei zeigte sich überraschenderweise, dass die Galaxien in den Filamenten sehr viel „fruchtbarer“ sind als ihre Gegenparts in den Clustern.

„Das ist das erste Mal, dass wir mit einem Infrarot-Teleskop ein Filament beobachten, das tatsächlich in einen Cluster hineinführt”, erklärt Dario Fadda vom Herschel-Zentrum am California Institute of Technology in Pasadena. „Unsere Beobachtungen zeigen, dass der Anteil der aktiven Sternenbildungs-Galaxien in den Filamenten mehr als doppelt so hoch ist wie in den Clustern. Die neuen Funde geben uns wertvolle Einblicke darin, wie Galaxienwachsen und sich verändern, wenn sie die kosmische Vororte verlassen und in die Großstädte wandern.“

Nach Ansicht des Astronomen könnten zukünftige Infrarot-Missionen wie das Herschel Weltraumteleskop der Europäischen Weltraumagentur ESA noch genauere Daten über das Phänomen der kosmischen Landflucht liefern, da sie die Entwicklung der Galaxien in noch größerem Details verfolgen können.
(NASA/JPL, 28.01.2008 - NPO)
 
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