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Donnerstag, 27.07.2017
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Immunzellen als Krebsorakel

Bioinformatikern gelingt genaue Prognose für Darmkrebs-Patienten

Der Nachweis, dass Immunzellen für die Tumorbekämpfung mitverantwortlich sind, gelang bereits im Vorjahr. Jetzt haben Wissenschafter belegt, dass weit präzisere Prognosen über den Krankheitsverlauf bei Dickdarm-Patienten möglich sind als bisher bekannt: Nicht allein der Tumor, sondern vor allem die Immunzellen in Tumor und benachbartem Gewebe müssen dazu untersucht werden.
Krebszellen

Krebszellen

Erkrankt ein Patient, der als geheilt gilt, eventuell wieder? Könnte einem Menschen mit der Diagnose Darmkrebs eine belastende Chemo-Therapie erspart bleiben? Der Fokus bei der Diagnose und Behandlung von Krebspatienten liegt derzeit auf dem Tumor und nicht auf den Immunzellen.

In ihrer Studie "Type, Density, and Location of Immune Cells Within Human Colorectal Tumors Predict Clinical Outcome" zeigt eine Forschergruppe der TU Graz um den Bioinformatiker Zlatko Trajanoski, dass über Art, Dichte und Lokalisation der Immunzellen in Darm-Tumoren exakte Prognosen auf die klinischen Folgen möglich sind.

"Wir können den Medizinern bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung ein sehr genaues Bild des wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs anbieten", erklärt Trajanoski. Auch Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit, ob ein Krebs-Patient wieder erkrankt, sind möglich.


Ergebnisse auf andere Krebsarten anwendbar?


In dreijähriger Entwicklungsarbeit bauten die Grazer Bioinformatiker eine Datenbank auf, in der sie erstmals klinische und genomische Daten erfassten. Für ihre Arbeit untersuchten sie die Daten zu 400 Gewebeproben von Krebspatienten und prüften ihre Erkenntnisse an zwei Kontrollgruppen. Die französischen Kollegen hatten bereits in den Jahren 1985 bis 2000 Proben von insgesamt 1.000 Patienten gesammelt.

"Zellproben verhalten sich wie erloschene Sterne: Noch lange nachdem sie verglüht sind, sehen wir sie leuchten. Auch Proben, die bereits vor langer Zeit abgenommen wurden, können uns heute mit Hilfe modernster Methoden der Bioinformatik neue Erkenntnisse liefern", so Trajanoski in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science". Als nächsten Schritt wollen die Forscher prüfen, ob ihre Erkenntnisse auch auf andere Krebsarten anwendbar sind. Untersucht werden sollen zunächst verwandte Erkrankungen wie Prostata- oder Eierstockkrebs.
(idw - Technische Universität Graz, 02.10.2006 - DLO)
 
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