• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 20.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Südpol der Venus „entschleiert“

Erste Bilder vom Südpol der Venus

Die Raumsonde Venus Express hat erste Bilder von unserem Nachbarplaneten Venus geliefert. Aufgenommen aus ihrer etwa 200.000 Kilometer hohen Umlaufbahn sind darauf erstmals die Wolkenformationen nahe dem Südpol der Venus zu sehen. Bislang hatte es von dieser Region noch keine Aufnahmen gegeben.
Venus mit Wolkenschleiern am Südpol

Venus mit Wolkenschleiern am Südpol

"Das erste Bild des Südpols ist bereits ein Höhepunkt der Mission; bisher gab es keine Bilder dieser Region. Deutlich sieht man, dass ähnliche Wirbelstrukturen wie am Nordpol auftreten," sagte Dimitri Titov, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Katlenburg-Lindau und Mission Science Co-ordinator begeistert. "Im Verlauf der nächsten Wochen wird die ESA die Sonde auf eine sehr viel niedrigere Umlaufbahn manövrieren dann können wir detaillierte Ergebnisse zu den Klimaphänomenen der Venus erwarten," so Titov weiter.

Venus Express wird erstmals die komplexe Dynamik und Chemie der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten detailliert untersuchen. Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Wissenschaftler beispielsweise über die Super-Rotation der oberen atmosphärischen Schichten, die sich mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern bewegen, während in Bodennähe moderatere Winde vorherrschen. Von besonderem Interesse sind auch die Mechanismen der Verdünnung der Atmosphäre durch den Einfluss des Sonnenwinds und der starke Treibhaus-Effekt der Venus.

Die Experimente an Bord von Venus Express ähneln denen auf der Schwestersonde Mars Express, die seit fast drei Jahren spektakuläre Ergebnisse aus einer Umlaufbahn um den Mars liefert. Damit werden nun erstmals gleichzeitig beide Nachbarplaneten der Erde durch zwei ESA-Sonden mit nahezu identischen Instrumenten wissenschaftlich untersucht. Vergleichende Planetologie wird so möglich und die Wissenschaftler erhoffen sich daraus neue Erkenntnisse nicht nur über unsere Nachbarplaneten sondern auch die gesamte Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, warum sich unsere Nachbarplaneten gegenüber der Erde so unterschiedlich entwickelt haben.
(Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, 18.04.2006 - AHE)
 
Printer IconShare Icon