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Freitag, 19.03.2010
Homöopathie doch unwirksam?
Studie: Behandlungserfolge beruhen auf Placebo-Effekt
Eine spezifische Wirkung homöopathischer Mittel lässt sich nicht belegen. Behandlungserfolge von Ärzten mithilfe der Homöopathie sind daher am ehesten auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen: Zu diesem Schluss kommt ein Team um Professor Matthias Egger von der Universität Bern. Im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) hatten die Wissenschaftler in einer großangelegten Analyse Studien von homöopathischen und konventionellen Medikamenten verglichen.

Tabletten
Tabletten
© Hemera Photo Objects
Dabei wurden 110 bisher publizierte placebokontrollierte Studien von homöopathischen Mitteln 110 Studien von konventionellen Medikamenten gegenübergestellt. Diese wiesen eine ähnliche Versuchsanordnung auf und wurden aus einer Vielzahl zufällig ausgesucht. Die untersuchten Studien behandelten unterschiedlichste medizinische Bereiche von Atembeschwerden bis zur Anästhesie.

Die Forscher analysierten die Resultate der Behandlungen in Studien mit geringer Probandenzahl von minderer Qualität und in großangelegten Studien von hoher Qualität. In beiden Gruppen wurden in den qualitativ schlechteren Studien den Medikamenten eine bessere Wirksamkeit attestiert als in qualitativ hochstehenden Studien.

Sobald sich die Untersuchung aber auf qualitativ hochstehende Studien beschränkte, ließen sich keine Belege mehr für eine spezifische Wirkung der Homöopathie finden. In diesen Studien gab es keinen Unterschied zwischen Placebo und homöopathischen Medikamenten, während die konventionellen Medikamente auch in diesen Studien eine Wirkung zeigten.

Nicht mehr als ein Placebo-Effekt
„Je sorgfältiger und qualitativ besser eine homöopathische Studie war, desto weniger konnte die Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen werden“, stellt Egger in der Zeitschrift "Lancet" fest. Somit seien die klinischen Behandlungsresultate der Homöopathie am ehesten auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Als Erklärung denkbar sind laut Egger so genannte Kontext-Effekte, etwa der gemeinsame, starke Glaube von Therapeut und Patient an die Wirksamkeit der verschriebenen Mittel, der unterstützend und heilend wirken kann.

Vergleichende Studie durchgeführt
Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wurde am ISPM Bern von November 2002 – Ende 2004 in einer grossangelegten Meta-Analyse die Wirksamkeit von Homöopathie und konventioneller Medizin evaluiert. Für die Untersuchung wurden zwei Datenbanken angelegt: eine über placebokontrollierte Studien zur Homöopathie und eine weitere über ähnliche Studien in der konventionellen Medizin.

Verglichen wurden Studien beider Gruppen nach der Art ihrer Publikation, der Sprache der Veröffentlichung, der angewandten Methodologie und Versuchsanordnung.
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