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Montag, 18.12.2017
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Kann Kupfer die Alzheimer-Behandlung verbessern?

Doppelblind-Studie testet positive Wirkung des Spurenelements

Obwohl immer mehr Menchen an Alzheimer erkranken, gibt es bisher keine wirksame Therapie. Jetzt soll eine neue Doppelblind-Studie zeigen, ob die Gabe von zusätzlichem Kupfer möglicherweise die Behandlungserfolge verbessern kann. Basis der Studie ist die Erkentnnis, dass es offenbar Verbindungen zwischen Alzheimer und dem Kupferstoffwechsel gibt.
Gesundes (li.) und Alzheimer-Gehirn

Gesundes (li.) und Alzheimer-Gehirn

Die Alzheimer Krankheit ist durch den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet, die im Verlauf zunimmt und im Endstadium zum Totalverlust der Urteilsfähigkeit und der Persönlichkeit führen kann. Im Gehirn ist die Krankheit durch die Entwicklung der charakteristischen Plaques aus dem so genannte Aß Peptid gekennzeichnet.

Kupfer-Stoffwechsel beeinträchtigt


Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass der Stoffwechsel des essentiellen Metallions Kupfer bei der Alzheimer Krankheit beeinträchtigt ist. Ergebnisse aus Studien mit transgenen Mäusen, die das menschliche Amyloid Vorläuferprotein (AßPP) produzieren, zeigen, dass erhöhte AßPP und Aß Spiegel zu einer Absenkung des Kupfers in den Zellen führen. Diesen Zusammenhang hat das Forscherteam um Professor Dr. Gerd Multhaup von der FU Berlin in in vitro Studien bereits 1999 festgestellt.

In Laborversuchen verhinderte die Zugabe von Kupferionen ins Kulturmedium, dass APP in das schädliche Amyloid verwandelt wird. Kupfer wird aus den Zellen hinaustransportiert und führt so zu einem Mangel im Gewebe, der in den Zellen eine verminderte Aktivität des Enzyms Superoxid-Dismutase nach sich zieht.


In der aktuellen Studie sind bisher der Kupfergehalt und die kognitiven Leistungsmerkmale (mit Hilfe des ADAS-cog Tests) von 29 Patienten mit milder bis moderater Demenz untersucht worden. Die statistische Analyse ergab eine negative Korrelation zwischen Kupfergehalt im Blut und kognitiver Leistungsfähigkeit. Patienten mit niedrigem Kupferspiegel zeigten signifikant höhere ADAS-cog Werte (mehr Fehler im Test) als Patienten mit höheren Kupferwerten.

Doppelblind-Studie soll Wirkung belegen


Dieses Ergebnis stützt die Hypothese, dass Alzheimer Patienten unter einem leichten Kupfermangel leiden. Das bedeutet, eine vermehrte Aufnahme von Kupfer über die Nahrung könnte therapeutisch von Nutzen sein. Ob das zutrifft soll die jetzt durchgeführte Doppelblind-Studie zeigen.

Dabei erhalten zunächst alle Patienten eine Standardbehandlung mit einem zugelassenen Acetylcholinesterase-Hemmer. Bei diesem Medikament handelt es sich um die derzeit als Standard geltende Behandlung leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz. Wenn diese Behandlung gut vertragen wird, kann nach 8 Wochen die Behandlung mit der neuen Prüfmedikation erfolgen. Dabei erhält eine Hälfte der Patienten das Kupfersalz, die andere Placebomedikation.

Weder die behandelnden Ärzte, noch die Patienten dürfen erfahren, wer die zusätzliche Wirksubstanz erhält. Während dieser Behandlungsphase finden regelmäßige Kontrolluntersuchungen statt, um die Verträglichkeit und die Sicherheit der Behandlung zu überprüfen. Am Ende der Untersuchung wird durch erneute Testuntersuchungen, Kernspintomographie und Nervenwasseruntersuchung untersucht, ob diejenigen Patienten, welche das Kupfersalz erhalten haben, bessere Testergebnisse aufweisen und weniger Alzheimer-Veränderungen des Gehirns zeigen. Sollte sich dieses bestätigen, könnte für alle Patienten eine Kupferbehandlung angeboten werden.
(Universität des Saarlandes, 20.07.2005 - NPO)
 
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