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Samstag, 21.01.2017
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Bevölkerungsexplosion geht weiter

2050: Neun Milliarden Menschen auf der Erde

Trotz sinkender Kinderzahlen wird die Weltbevölkerung nach neuen Projektionen der Vereinten Nationen bis zum Jahre 2050 um weitere 2,6 Milliarden anwachsen – vor allem in den Entwicklungsländern. Zur Mitte des Jahrhunderts werden dann rund 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben - heute sind es 6,5 Milliarden.
So lauten die Ergebnisse der aktuellen Revision der Bevölkerungsprojektionen der UN-Bevölkerungsabteilung, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gestern in Deutschland vorgestellt hat. In der letzten Revision von 2002 hatten die Vereinten Nationen noch ein niedrigeres Weltbevölkerungswachstum auf 8,9 Milliarden Menschen bis 2050 prognostiziert.

Bevölkerungszahl in ärmsten Entwicklungsländer verdreifacht sich


Bevölkerungswachstum

Bevölkerungswachstum

In den Industrieländern wird die Bevölkerung nach den Ergebnissen der Studie der Vereinten Nationen bis 2050 nahezu konstant auf dem heutigen Niveau von 1,2 Milliarden bleiben. Das Bevölkerungswachstum findet auch in Zukunft nahezu ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Dort wird die Bevölkerung in den nächsten 45 Jahren von 5,3 auf 7,8 Milliarden Menschen anwachsen. „Vor allem die am wenigsten entwickelten Länder wachsen immer noch rasant“, warnt die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „In den 50 ärmsten Ländern der Welt wird die Bevölkerung sich bis 2050 von 0,8 auf 1,7 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln.“

In Ländern mit junger Altersstruktur wie Uganda, Niger, Kongo oder Afghanistan, wird sich die Bevölkerung in den nächsten 45 Jahren sogar verdreifachen. „Nur wenn sich das Bevölkerungswachstum verlangsamt, läßt sich die Armut erfolgreich bekämpfen“, so Bähr. „Sexualaufklärung und Familienplanung sind Schlüsselmaßnahmen im Kampf gegen die Armut.“


HIV/Aids senkt Lebenserwartung in 60 Ländern


Die Zahl der Länder, die besonders stark von HIV/Aids betroffen sind, hat sich laut der DSW mittlerweile auf 60 erhöht. Dies hat dort zu einem Anstieg der Sterblichkeit und zu einem langsameren Bevölkerungswachstum geführt. So ist zum Beispiel im südlichen Afrika die Lebenserwartung seit 1990 von 62 Jahren auf 48 Jahre gefallen. Dieser Trend wird sich laut der Studie auch in Zukunft fortsetzen: Für die nächste Dekade sagen die Vereinten Nationen einen weiteren Abfall der Lebenserwartung auf 43 Jahre voraus, bevor eine langsame Erholung zu erwarten ist.

Das Bevölkerungswachstum in dieser Region wird daher voraussichtlich von 2005 bis 2020 stagnieren. In Botswana, Lesotho und Swasiland wird es einen Bevölkerungsrückgang geben. In den meisten anderen von HIV/Aids betroffenen Ländern wird die Bevölkerung bis 2050 trotzdem weiterhin zunehmen, da moderate oder hohe Fruchtbarkeitsraten die erhöhte Sterblichkeit ausgleichen.

„Die Vereinten Nationen gehen bei ihren neuesten Berechnungen davon aus, dass Maßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft zur Bekämpfung der Epidemie die Auswirkungen von HIV/Aids bereits in naher Zukunft abmildern werden“, erklärt Bähr. „Tatsache ist jedoch, dass heute weltweit erst weniger als ein Fünftel der Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko einen Zugang zu bewährten Präventionsmaßnahmen hat. Die Folgen von Aids könnten in der Zukunft daher noch schwerwiegender sein, als heute angenommen.“

Die Welt altert, vor allem die Industrieländer


Ein weiterer Trend, der aus den neuen Zahlen der Vereinten Nationen hervorgeht, ist die deutliche Alterung der Weltbevölkerung innerhalb der nächsten 45 Jahre. Weltweit wird sich die Anzahl von Personen im Alter von über 60 Jahren bis 2050 von 672 Millionen auf 1,9 Milliarden verdreifachen. In den Industrieländern wird der Anteil der über 60-Jährigen von 20 Prozent auf 32 Prozent im Jahr 2050 steigen. Auf jedes Kind kommen dann zwei Personen über 60.

Schon heute können 28 Industrieländer aufgrund niedriger Geburtenraten einen Bevölkerungsrückgang nur durch die Aufnahme von Migranten verhindern oder zumindest moderate Zuwächse verzeichnen. Auch Deutschland gehört mit jährlich im Durchschnitt 204.000 Einwanderern zu dieser Gruppe.
(Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), 25.02.2005 - DLO)
 
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