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Mittwoch, 13.12.2017
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"Sick Building Syndrome": Raumklima unschuldig?

Neue Studie widerlegt bisherige Annahmen

Für die auch als "Sick Building Syndrome" bezeichnete Beeinträchtigung der Befindlichkeit wurden bisher vor allem biologische, chemische und physikalische Innenraumfaktoren als wesentliche Ursachen gesehen. Doch eine neue Studie von Jenaer Wissenschaftlern widerlegt diese Annahme.
"Die Tätigkeitsmerkmale und der Zustand der dort Arbeitenden beeinflussen in deutschen Bürogebäuden stärker das Wohlbefinden am Arbeitsplatz als raumklimatische Gegebenheiten", weiß Wolfgang Bischof, Leiter der Arbeitsgruppe Raumklimatologie der Universität Jena.

Er hat mit seinem Team am interdisziplinären Projekt "Positive und negative Wirkungen raumlufttechnischer Anlagen auf Befindlichkeit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit", kurz "ProKlimA", mitgearbeitet. Darin wurden 14 große Bürogebäude in Deutschland und rund 1.500 Arbeitsplätze detailliert untersucht und die dort durchgeführten Tätigkeiten arbeitswissenschaftlich bewertet. Außerdem wurden nahezu 4.600 Beschäftigte befragt und in einer Teilstichprobe etwa 800 Personen klinisch untersucht.

Die Ergebnisse dieser umfangreichen Feldstudie, an der insgesamt acht Institutionen aus den Bereichen Technik, Physik, Chemie, Mikrobiologie, Medizin, Soziologie, Psychologie und Arbeitswissenschaft beteiligt waren, sind jetzt in Buchform erschienen.


Und die Ergebnisse waren erstaunlich: Typische Umwelteinflüsse des Innenraums wie Raumluftqualität und Raumklima zeigten in der untersuchten Stichprobe nur in sehr wenigen Einzelfällen messbare Effekte. Hingegen wiesen Charakteristika von Person und Tätigkeit, aber auch Einstellung und Erwartungen der Raumnutzer eine deutliche Beziehung zur spezifischen Symptomatik auf. Als Resultat dieser sowie der physikalischen, chemischen, biologischen und ergonomischen Analysen entstand eine der weltweit größten Datensammlungen zum Problemkreis "Sick Building Syndrome".
(Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Friedrich-Schiller-Universität Jena, 29.01.2004 - NPO)
 
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