• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 28.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Mikrobeben im Elbtal auf der Spur

Seismologen überwachen Erdbebentätigkeit in Sachsen

Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg sind seismischen Mikrobeben in der Elbtalzone auf der Spur. Mikrobeben sind seismische Erschütterungen, die nur mit hochempfindlichen Messinstrumenten nachgewiesen werden können. Diese Erschütterungen können durch tektonisch bedingte Bewegungen der tief angelegten Grabenstruktur hervorgerufen werden.
Seismische Messung

Seismische Messung

Die Elbtalzone ist schon vom Oberflächenverlauf her ein erkennbarer Graben. Es liegen unterschiedliche Gesteine nebeneinander - Gneis, Granit und Sandstein. Wo, wie oft und wie stark solche Mikrobeben auftreten, ist noch nie untersucht worden. Seit Oktober registrieren die Freiberger Seismologen mit fünf mobilen Messstationen im Raum Dresden vor allem die natürliche Bodenunruhe. Merkliche seismische Aktivitäten in dieser Gegend sind bisher nicht bekannt. Die wissenschaftliche Aufgabe besteht jetzt darin, für möglichst viele Stationspunkte vergleichbare Mikrobeben nachzuweisen.

Jetzt liegen erste auswertbare Ergebnisse vor. "Die bisher registrierte Bodenunruhe ist noch nicht als tektonisches Mikrobeben aus der Grabenzone zu deuten", erklärt Prof. Dr. Bernhard Forkmann vom Institut für Geophysik der Freiberger Universität. Jedoch wurden Mikrobeben aus anderen Gebieten, z.B. bei Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) gemessen.

Die Station auf der Albrechtsburg in Meißen zeichnete vorwiegend sprengtypische Signaturen auf. "Mit der Aufzeichnung auf der Albrechtsburg konnten wir gleichzeitig nachweisen, dass die Sprengungen im nahegelegenen Schottenberg-Tunnel keine Gefahr für die Burg darstellen", so der Seismologe. "Die erfassten Werte zeigen eindeutig, dass die Erschütterungen auf dem Burgberg nur ein vierzigstel des vorgegebenen Grenzwertes erreichen."


Das seismologische Monitoring in der Elbtalzone hat eine Laufzeit von einem halben bis mehrere Jahre. Dies hängt von den gewonnenen Ergebnissen ab. Bei den gesuchten tektonisch bedingten Mikrobeben ist ein wichtiges Kriterium die gleichzeitige Registrierung und damit die Vergleichbarkeit für die in der Elbtalzone aufgestellten Seismographen.
(Bergakademie Freiberg, 23.12.2004 - NPO)
 
Printer IconShare Icon