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Freitag, 20.10.2017
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Erdöl im Irak

Krieg ums schwarze Gold

Satellitenbild Irak

Satellitenbild Irak

Drei Wochen Krieg im Irak. Das erklärte Ziel der USA ist, Saddam Hussein zu stürzen und eine neue Ordnung im Irak zu errichten. Viele Stimmen sprechen von einem Krieg ums Öl.

Das zweitgrößte Erdölfeld der Welt


Der Irak verfügt mit ca. 15,6 Gt hinter Saudi-Arabien über die weltweit größten Erdölreserven. Sein Anteil an den Weltreserven beträgt 10,3 %. Bei Angaben zu den irakischen Ölreserven, erfolgte 1987 wie bei den meisten OPEC-Staaten eine Verdopplung der Reserven. Da die Förderquoten in Abhängigkeit von den Erdölreserven festgelegt wurden, ist davon auszugehen, dass diese Angaben politisch motiviert sind. In jedem Falle liegen die Zahlen irakischer Reserven jedoch noch deutlich über denen der USA (4,1 Gt).

In den bekannten erdölführenden Gebieten sowie in den bisher nicht explorierten Gebieten der westlichen Wüstenregion werden noch weitere Erdölressourcen erwartet. In der neuesten Energiestudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe geht man hier in einer konservativen Schätzung von weiteren 4 Gt Erdöl aus. Der United States Geological Survey (USGS) geht von 6,1 Gt aus. Die Organisation der arabischen erdölexportierenden Länder (OAPEC) vermutet sogar eine Menge von 29 Gt unentdeckter Ölressourcen (estimated undiscovered oil ressources).

Ölförderung zwischen Kriegen und Frieden


Die Erdölförderung des Irak brach in den letzten 25 Jahren in Folge der Kriege immer wieder stark ein. Die bisher höchste Förderung wurde 1979 mit 170,3 Mt erreicht. Sie fiel nach dem Irankrieg auf ca. 50 Mt ab und erholte sich bis 1989 auf 139,2 Mt. Infolge des ersten Golfkrieges ging die Förderung sogar auf 14,9 Mt zurück und entsprach nur mehr dem Inlandsbedarf. Seither unterlag der irakische Erdölexport internationalen Sanktionen und konnte sich nur in dem Maße entwickeln, wie es das Oil for Food-Programm zuließ.

Während der beiden vergangenen Kriege wurde auch die für den Ölexport notwendige Infrastruktur wie Häfen, Pipelines oder Pumpstationen stark zerstört. Die funktionierenden Pipelines sind in einem schlechten technischen Zustand. Bis zu Beginn des gegenwärtigen Golfkrieges waren drei große Pipelines in Betrieb. Die 960 km lange Pipeline von Kirkuk zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan war mit einer Kapazität von 50 Mt pro Jahr die größte funktionierende Exportpipeline. Illegal in Betrieb war ebenfalls noch die Pipeline vom Kirkuk-Feld zum syrischen Mittelmeerhafen Banias. Die "Strategische Nord-Süd Pipeline" zwischen den beiden großen Förderzentren Kirkuk und Rumaila war Anfang 2001 wieder in Betrieb genommen worden. Die Ölterminals in Mina-al-Bakr, Khor al-Amaya und Khor al-Zubair am Persischen Golf waren auch nur teilweise einsatzfähig.

Zu der maroden Exportinfrastruktur kommt, dass auch die Förderung in den irakischen Feldern nicht auf dem Stand der heutigen Technik und Technologie sind. Durch den Einsatz moderner Technologien (3D-Seismik, Horizontalbohrungen u. a.) könnte eine Ausweitung der Förderung und eine höhere Ausbeute aus den vorhandenen Lagerstätten erreicht werden.

Der Irak verfügt über ein großes Erdölpotenzial, das einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Ölversorgung leisten kann.

Karte der Erdölinfrastruktur im Irak (pdf-Datei, 360 KB)

Weiterführende Information:
- Die Erdölsituation des Irak ist Thema des Newsletters der Commodity Top News No. 18 von H. Rempel/BGR
Energiestudie 2002
(Thomas Schubert, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 11.04.2003 - Dr. Nicole Schmidt / GFZ Potsdam)
 
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