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Montag, 23.01.2017
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Erdbeben erchüttert Südschwarzwald

GeoForschungszentrum entsendet „Task Force Erdbeben“

Am Sonntag früh hat die Erde in Deutschland gebebt: Erdstöße der Stärke 5,4 rissen Tausende von Menschen in einem 250 Kilometer Umkreis um den Baden-Württembergischen Ort Waldkirch aus dem Schlaf. Selbst in der Schweiz und in Frankreich waren die Erschütterungen zu spüren. Das um 2.52 Uhr registrierte Beben ereignete sich in zwölf Kilometern Tiefe und dauerte mehrere Sekunden. Die Schäden in der Südschwarzwald-Region waren jedoch nur gering.
Epizentrum des Bebens

Epizentrum des Bebens

Zur tiefergehenden Untersuchung der Ursachen des Erdbebens von Waldkirch hat das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) noch am Sonntag die Deutsche Task Force Erdbeben in die Region gesendet. Der Leiter der Task Force Erdbeben, Professor Jochen Zschau (GFZ Potsdam) erklärt den Zweck des Einsatzes: "Durch Messung und Untersuchung der Nachbeben erhalten wir detaillierte Informationen zum Bebenmechanismus. Wir können daraus auch ableiten, wie der Erdbeben- Riss in der Erdkruste verläuft und wie er sich weiter entwickeln kann."

Analysen dieser Art sind unumgänglich für die Bewertung weiterer Erdbebenrisiken und für die Entwicklung einer adäquaten Vorsorgestrategie. Zusammen mit der Universität Karlsruhe hat das GFZ Potsdam ein Kompetenz-Zentrum CEDIM (Centre for Disaster Management and Risk Reduction Technology) eingerichtet, das bereits im Mai dieses Jahres die ersten Risikokarten speziell für Baden-Württemberg vorgestellt hat.

Jochen Zschau ist einer der beiden Sprecher von CEDIM und erklärt die vergleichsweise geringen Schäden des Bebens durch die geeigneten Baunormen: "Man sieht daraus, das sich Vorsorgeplanung bei der Erarbeitung ökonomisch vertretbarer Schutzmaßnahmen lohnt. Allerdings hat das Beben auch nicht direkt ein Stadtgebiet getroffen. Es wäre dann nicht so glimpflich abgelaufen."


Der Oberrheingraben gehört zu den seismisch aktivsten Zonen Deutschlands. Professor Rolf Emmermann, der Vorstandsvorsitzende des GFZ Potsdam, erläuterte dazu: "Die Entsendung der Task Force Erdbeben geschieht vor dem Hintergrund, dass es bestimmte Naturgefahren in Deutschland gibt, deren Risikopotential unterschätzt wird. In diesem Zusammenhang hat das GeoForschungsZentrum mit der Gründung von CEDIM einen weiteren Beitrag zur Risikovorsorge und einer 'Kultur der Prävention' geleistet."
(GFZ Potsdam, 06.12.2004 - NPO)
 
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