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Samstag, 22.07.2017
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Klimaumschwung in der Antarktis droht

NASA-Studie belegt Veränderung des Klimamusters

In den letzten 30 Jahren hat sich die Antarktis – im Gegensatz zur globalen Klimaentwicklung, größtenteils abgekühlt. Doch ein neues Computermodell der NASA zeigt, dass sich dieser Trend wahrscheinlich schnell umkehren wird. Die Wissenschaftler erwarten eine deutliche Erwärmung der Südpolarregion in den nächsten 50 Jahren.
Forschungsstandort Antarktis

Forschungsstandort Antarktis

Die Forscher Drew Shindell and Gavin Schmidt vom Goddard Institut für Weltraumstudien (GISS) der NASA stellten fest, dass insbesondere die Ozonkonzentrationen und die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre zu diesem Effekt beitragen. Niedrige Ozonwerte fördern ein bestimmtes periodisch auftretendes Klimamuster in der südlichen Hemisphäre, das so genannte Southern Annular Mode (SAM), das die kältere Luft im Inneren der Antarktis isoliert und so vor einer Erwärmung schützt. Diese Klimaoszillation wird, ähnlich wie ihr Nordatlantisches Gegenstück, durch Luftdruckunterschiede zwischen dem Pol und den niedrigen Breiten angetrieben.

Für die kommenden Jahre erwarten Forscher dank der weltweiten Verbote von ozonzerstörenden Chemikalien eine Erholung der zurzeit noch extrem niedrigen Ozonkonzentrationen in der Südpolregion. Doch ironischerweise könnte genau dieser eigentlich positive Effekt im Gegenzug einer Erwärmung der Antarktis Tür und Tor öffnen. Denn mit steigenden Ozonwerten steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einen negativen, die Polarregion anheizenden SAM.

“Die Antarktis hat sich bisher eher abgekühlt und man könnte glauben, dass einige Regionen dadurch der globalen Erwärmung entgehen, doch diese Studie entkräftet diese Hoffnungen“, erklärt Shindell. „Die globale Erwärmung wird in den Zukunftstrends dominieren.“


Shindell und Schmidt nutzten das GISS Klimamodell der NASA, um drei Serien von Testsimulationen durchzuführen. Die Szenarien umfassten die individuellen Effekte der Treibhausgase und des Ozons auf des SAM und einen Simulationsdurchgang mit beiden Einflüssen gleichzeitig. Das Modell beinhaltete auch die Interaktionen zwischen Ozean und Atmosphäre. Jede Simulation begann mit dem Jahr 1945 und endete mit 2055. Die Ergebnisse für die vergangenen Jahrzehnte stimmten dabei gut mit der beobachteten Entwicklung überein – ein Indiz, dass auch die Prognose wahrscheinlich nicht allzu falsch liegen könnte.

Nach Ansicht von Shindell besteht die größte langfristige Gefahr der globalen Erwärmung in der Schmelze der Eisdecken und deren Abgleiten in den Ozean der Südpolregion. „Wenn die Antarktis sich tatsächlich so aufheizt, dann müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, welches Niveau der Erwärmung die Eisdecke freisetzt und damit die globalen Meeresspiegel anhebt“, erklärt der Wissenschaftler. Schon jetzt sind im Gebiet der antarktischen Halbinsel riesige Eisstücke abgebrochen, ein Resultat der stärkeren warmen Westwinde in dieser Region.
(NASA GISS, 07.10.2004 - NPO)
 
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