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Donnerstag, 24.05.2012
Weißer Hai: Gejagter Jäger
Naturschützer fordern weltweiten Schutz
Der Weiße Hai ist längst nicht mehr nur Jäger, er ist selbst zum Gejagten geworden - und mittlerweile fast vom Aussterben bedroht. Anlässlich der bevorstehenden Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) im Oktober fordert der Naturschutzbund NABU strenge Schutzmaßnahmen für den Meeresräuber.

Weißer Hai
Weißer Hai
© Andreas M. Serec, NABU
In manchen Gebieten ist der Bestand der Weißen Haie um fast 95 Prozent zurückgegangen. Der NABU werde sich deshalb auf der CITES-Konferenz in Bangkok für den bedrohten Raubfisch stark machen, so Olaf Tschimpke von der Naturschutzorganisation. Ob es am Ende einen Erfolg wie auf der Vorläuferkonferenz vor zwei Jahren in Chile zu feiern gebe, sei allerdings völlig offen. Auf der vergangenen Artenschutzkonferenz gelang der Durchbruch in Sachen Haischutz, nach zähem Ringen wurden erstmalig zwei Haiarten, der Riesen- und Walhai, offiziell unter Schutz gestellt.

Nur noch 10.000 Exemplare
"Dem Weißen Hai schlägt bald die letzte Stunde, wenn nicht schnell etwas zu seinem Schutz unternommen wird", betonte Tschimpke. Zum Verhängnis werden dem 400 Millionen Jahre alten Räuber vor allem sein beeindruckendes Gebiss und seine Zähne, derentwegen Sportangler auf der ganzen Welt Jagd auf ihn machen. Kilometerlange Fischernetze, die grausame Praktik des "Finnings" und die niedrige Reproduktionsrate der Tiere tun ihr Übriges. Vorsichtigen Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur noch 10.000 Exemplare. Australien und Madagaskar haben deshalb zur 13. CITES-Konferenz den Antrag gestellt, den Weißen Hai in Anhang II des Artenschutzabkommens einzustufen und eine Nullquote für den Export festzulegen. Allerdings hat Australien den Nullquoten-Antrag gerade zurückgezogen. Dass die EU sich nicht dem Antrag zur Nullquote angeschlossen hat, lag am Votum von Spanien, Frankreich und Portugal, deren starke Fischereilobby sich durchgesetzt hat.

Nach Ansicht des NABU hätten auf der Konferenz auch der stark gefährdete Heringshai und der Dornhai zum Zuge kommen müssen. "Die deutschen Haibestände sind für Schillerlocke, Fish and Chips und andere begehrte Zubereitungen gnadenlos ausgebeutet worden", erklärte Heike Finke vom NABU. Dorn- und Heringshai müssten dringend geschützt werden. Nachdem aber die entsprechenden Anträge Deutschlands zur Aufnahme dieser beiden Arten in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens bereits im Vorfeld der Konferenz an der Uneinigkeit der EU gescheitert seien, wolle sich der NABU jetzt insbesondere für den Weißen Hai einsetzen.
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